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André Schubert muss als Gladbach-Trainer gehen. Foto: Marius Becker
André Schubert muss als Gladbach-Trainer gehen. Foto: Marius Becker
21.12.2016

Gladbach sucht nach Schubert-Trennung Stabilität

Mönchengladbach (dpa) - Nach unruhigen Zeiten und der Trennung von Cheftrainer André Schubert setzt Borussia Mönchengladbach auf Stabilität und Besonnenheit.«Jetzt gilt es, einen Trainer zu finden, der uns wieder ein Stück weit Stabilität zurückbringt und den Jungs Impulse geben kann. Und der mit uns den Weg weitergeht, mit jungen Spielern zu arbeiten und etwas aufzubauen», sagte Sportdirektor Max Eberl. Bei der Suche nach einem Nachfolger steht Dieter Hecking offensichtlich hoch im Kurs. Nach übereinstimmenden Medienberichten ist die Verpflichtung bereits perfekt. Hecking soll einen Vertrag bis 2019 erhalten. Die Borussia bestätigte das nicht.

Der ehemalige Trainer des VfL Wolfsburg ist seit 17. Oktober auf dem Markt und könnte mit seiner ruhigen Art und seiner Erfahrung ein geeigneter Kandidat sein. Dazu wollte sich Eberl allerdings nicht äußern. Die Nachfolge soll aber schnell geregelt werden.

Die Trennung von Schubert war unumgänglich und stand bereits am Dienstagabend nach der 1:2-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg fest. Am Ende hätte dem Chefcoach auch kein Sieg mehr geholfen. Nach nur 15 Monaten und einer bemerkenswerten Talfahrt in den letzten Wochen wurde der 45-Jährige von seinen Aufgaben freigestellt. «Wir haben in den letzten Tagen viele Gespräche geführt und unsere sportliche Entwicklung analysiert und diskutiert und sind gemeinsam mit André zu dem Ergebnis gekommen, dass es für beide Seiten besser ist, unsere Zusammenarbeit jetzt zu beenden», teilte Eberl zunächst in einer schriftlichen Erklärung mit.

«André hat uns in der vergangenen Saison großartig geholfen, als er die Mannschaft vom letzten Tabellenplatz auf Platz vier und über die Playoffs zu Beginn dieser Saison bis in die Champions League geführt hat», sagte Eberl. «Mit Blick auf die reizvollen Aufgaben in der Rückrunde haben wir uns entschieden, mit einem anderen Trainer einen Neustart zu machen.»

Hecking hätte als möglicher Nachfolger Bezug zum Club. Zu Beginn seiner aktiven Karriere trug der Offensivspieler in der Saison 1984/85 schon einmal das Borussen-Trikot. Als junger Spieler absolvierte der Offensivspieler allerdings unter Trainer Jupp Heynckes nur sechs Spiele. Damals schon an Bord: Ewald Lienen, Michael Frontzeck und Bernd Krauss - allesamt spätere Borussen-Trainer. Ob der ehemalige belgische Nationaltrainer Marc Wilmots, dessen Name auch gehandelt wird, ein geeigneter Kandidat ist, bleibt fraglich.

Die Trennung von Schubert, der im September noch seinen Vertrag bis 2019 verlängert hatte, zeichnete sich seit Wochen ab. Spätestens nach den desaströsen Leistungen in der Bundesliga beim 1:4 in Dortmund und kurz darauf in der Champions League beim 0:4 in Barcelona ging der Trend nach unten. Mit nur 16 Zählern aus 15 Spielen steckt die Mannschaft mittlerweile im Abstiegskampf.

«Jeder sieht, wie wir Fußball spielen. Jetzt gilt es, Stabilität in die Mannschaft zu bekommen», hatte Eberl bereits unmittelbar nach dem Wolfsburg-Spiel gesagt. Schubert, der am 21. September 2015 als Nachfolger von Lucien Favre angetreten war, wusste bereits, dass die Partie gegen Wolfsburg seine letzte als Borussen-Coach war. «Es tut mir persönlich sehr leid, auch für die Fans. Ich bin enttäuscht», sagte der 45-Jährige mit Tränen in den Augen.

Seine Bilanz ist so schlecht nicht: In 45 Bundesligaspielen gewann die Mannschaft 21 Mal mit dem Coach, der im Vorjahr eine bemerkenswerte Aufholjagd nach fünf Start-Niederlagen schaffte und die Mannschaft am Ende noch in die Champions League führte. In der laufenden Saison ging der Trend trotz des Verbleibs im internationalen Wettbewerb und im DFB-Pokal allmählich deutlich nach unten, am Ende erreichte der Trainer sein Team nicht mehr.

«Überrascht hat es mich nicht mehr», kommentierte der zur Zeit verletzte Offensivspieler Patrick Herrmann die Trennung via «Bild». Mannschaftskamerad Ibrahima Traoré sagte: «Es tut mir echt leid. Es lag ein bisschen in der Luft, dass es schwierig wird. Auch wir Spieler sind schuld.»

Bei den Fans hatte der bisweilen dünnhäutig auf Kritik reagierende Coach von Beginn an nicht den besten Stand, zuletzt sogar einen ganz schlechten. Schon vor der Partie gegen Wolfsburg wurde der Trainer ausgepfiffen. «Warum das so war, muss man vielleicht mal im Nachgang klären. Ich kann es nicht beurteilen», sagte Eberl.