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Goßer Bahnhof bei der Premiere des Goldstadt-Gemeinschaftsstandes: 2012 startete das Projekt auf der Leipziger Midora. Mit dabei: der Goldporsche. Foto: Doris Löffler
Goßer Bahnhof bei der Premiere des Goldstadt-Gemeinschaftsstandes: 2012 startete das Projekt auf der Leipziger Midora. Mit dabei: der Goldporsche. Foto: Doris Löffler © Doris Löffler
14.12.2011

Goldstadt in Hochform

Tradition und Innovation gehen Hand in Hand in Pforzheim. Da ist einerseits die Schmuckindustrie, deren Gründung ins Jahr 1767

zurückreicht. Sie hat einen langen, schmerzhaften Strukturwandel hinter sich. Beginnend in den 1980er-Jahren ging er mit Arbeitsplatzabbau und Firmenschließungen einher. Dennoch gilt die Goldstadt mit einem Anteil von 75 Prozent auch heute noch als das Zentrum der Schmuckproduktion in Deutschland.

Auf der anderen Seite wuchsen Branchen heran, die sich insbesondere in der Zeit des Strukturwandels in den Bereichen Präzisionstechnik und Metallverarbeitung aus eben diesen Traditionsbetrieben herausgebildet haben. Zum Beispiel: Maschinenbau, Feinwerk- und Stanztechnik sowie der Medizin- und Dentalbereich. Unter der Leitung von Oberbürgermeister Gert Hager (SPD) hat die Wirtschaftsförderung WSP (Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim) diese Kompetenzbranchen in einem Cluster mit dem Begriff „Hochform“ zusammengefasst. Reiner Müller, Leiter der Wirtschaftsförderung, sagt: „Die Pforzheimer Clusterinitiative Hochform zählt zu den zehn innovativsten im Land.“ Der Beleg: Baden-Württemberg hat das Hochform-Konzept in einem Clusterwettbewerb ausgezeichnet. Es umfasst den Aufbau eines Unternehmensnetzwerkes, das Anbieten von Fachveranstaltungen, den intensiven Austausch der Unternehmen in Arbeitskreisen zu Themen wie Forschung, Entwicklung und Innovation sowie nicht zuletzt gemeinsame Messeaktivitäten.

Um dennoch die Traditionsbranche nicht zu vernachlässigen, hat die WSP in Kooperation mit dem Bundesverband Schmuck + Uhren speziell für Firmen des Schmuck- und Uhrenbereichs sowie für die Zulieferbetriebe ein Messestand-Konzept entwickelt, das 2012 seine

Premiere auf der Leipziger Fachveranstaltung Midora hatte. Unter dem Titel „Gold.Stadt.Pforzheim.“ können sich seither kleinere Unternehmen an einem Gemeinschaftsstand präsentieren. Vorteil: sämtliche Service- und Betreuungsleistungen werden von der WSP übernommen, der Aussteller kann sich ausschließlich auf seine Messekunden konzentrieren. Und: ein überschaubarer Kostenrahmen.

Präsentationen auf Messen wie der Inhorgenta in München und der international anerkannten Baselworld folgten. Prognose für den Goldstadt-Gemeinschaftsstand laut Müller und WSP-Projektmanagerin Meike Ahrens: Er dürfte sich insbesondere auf den großen Fachveranstaltungen zu einer festen Größe etablieren. Und: Teilnehmen können Firmen aus der gesamten Region. Müller: „Wir sind bei den Ausstellern nicht ausschließlich auf Pforzheimer Interessenten fixiert.“