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wmc © picture alliance / dpa
25.02.2014

Gute Connections und mehr Mittelklasse: Die Trends auf dem MWC

Barcelona. Größere Displays, höhere Auflösungen und Prozessoren mit noch mehr Kernen. Ohne das «Höher, schneller, weiter» geht es auf der Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona (noch bis 27. Februar) nicht. Smartphones und Tablets stehen dort aber nicht allein im Fokus. Sie werden immer öfter zu Steuerzentralen für per Bluetooth oder WLAN angebundene Geräte.

Sogenannte Connected Devices sind im Kommen. «Das setzt sich durch», sagt Jürgen Morath von der Unternehmensberatung Accenture. Das gelte besonders für Gesundheits- und Monitoring-Funktionen. «Wir haben ja schon die Armbänder mit Schrittzähler und Ermittlung des Kalorienverbrauchs», gibt er ein Beispiel. «Ich glaube, auf solchen Themen lässt sich aufbauen.» Allerdings seien viele Wearables bisher einfach zu teuer gewesen.

Vielleicht sind Smartwatches im Gegensatz zu Sportarmbändern und anderen Fitnesstrackern à la Fitbit oder Withings auch deshalb noch keine Kassenschlager. Das hält aber etwa Samsung mit der Gear 2 nicht davon ab, es nach dem Vorbild von Sonys Smartwatch mit einem breiten App-Angebot weiter zu versuchen. Huawei setzt bei seinem SmartBand gleich auf günstigere Hardware. Für knapp unter 100 Euro gibt es eine Mischung aus Tracker und vom Armband ablösbarem Bluetooth-Headset. Eine gewisse Namensgleichheit ergibt sich mit Sonys ab März erhältlichem SmartBand SWR 10, das sich unter anderem zum Zählen von Schritten und zur Schlafüberwachung empfiehlt.

Bluetooth ist ohnehin die Schnittstelle, über die bei Wearables viele Connected-Konzepte realisiert werden. Sei es das von Bionym entwickelte Armband Nymi, das seinen Träger am Herzschlag erkennt und darüber etwa das Smartphone entsperren kann, oder der mit Sensoren und drahtloser Ladetechnik bestückte Basketball 94Fifty (300 US-Dollar), der mit der Hilfe einer Trainings-App Dribbling, Spin oder Beschleunigung anzeigen und auswerten kann.

Sogar elektrische Zahnbürsten mit Bluetooth, Lagesensoren und Putz-Auswertung per App - auch für den Zahnarzt - soll es bald zu kaufen geben, zum Beispiel von Oral-B. Mit Bluetooth Low Energy oder NFC arbeitet auch das Schweizer Start-up Quip, das auslesbare Tags zum Überwachen und Katalogisieren von Alltagsgegenständen wie Rad, Kopfhörer oder Kamera anbieten will.

Bei den Smartphones gibt es schon seit einiger Zeit einen Trend zu Mini-Mittelklasse-Versionen der Flaggschiffe. Und Motorola hat mit dem Moto G vorgemacht, dass man auch mit einem reinen Mittelklasse-Konzept erfolgreich sein kann.

Dabei halten immer mehr einstige Oberklasse-Features Einzug in die Mittelklasse: Beim Archos 50c Oxygen (rund 200 Euro) schafft es sogar ein Achtkern-Prozessor in ein günstiges Smartphone. LG bietet den vier Zoll großen G2-Ableger G2 Mini auch mit LTE an, ebenso wie Sony seinen neuen Mittelklasse-Androiden Xperia M2 oder HTC das Desire 816. Und auch der US-Hersteller Yezz stattet sein Fünf-Zoll-Gerät Andy A5VP (250 Euro) mit dem neuen Mobilfunkstandard aus.

Immer populärer werden auch Phablets, also Handys, die mit einer Displaygröße von deutlich über 5 und unter 7 Zoll irgendwo zwischen Smartphone und Tablets liegen. Dazu gehören etwa das 6 Zoll große Grand Memo II LTE von ZTE oder das bereits im Vorfeld des MWC vorgestellte LG G2 Pro (5,9 Zoll). Und auch das eigentlich als Tablet vermarktete 7 Zoll große Huawei Mediapad X1 könnte wegen seiner eingebauten Telefonfunktion und seines geringen Gewichts mit etwas gutem Willen noch dieser Kategorie zugeordnet werden.