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Christoph Waltz hat Chancen auf seine zweite Oscar-Trophäe: Er ist für seine Rolle in Tarantinos neuem Film "Django Unchained" in der Kategorie "Bester Nebendarsteller" nominiert. © dpa
10.01.2013

Gute Oscar-Chancen für Hanekes «Liebe» - Auch Waltz im Rennen

Los Angeles/Berlin (dpa) - Liebe, Sklaverei und Königshof: Diese Filmstoffe könnten im Februar Oscars bescheren. Regisseur Michael Haneke ist mit seinem Film "Liebe" fünf Mal nominiert und tritt gegen ein dänisch-deutsches Gemeinschaftswerk an. Christoph Waltz darf auf seine zweite Hollywood-Trophäe hoffen.

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Starker Auftritt deutschsprachiger Filmschaffender bei den Oscar-Nominierungen: Das Altersdrama «Liebe» des in München geborenen Österreichers Michael Haneke ist in fünf wichtigen Oscar-Sparten vertreten. Es konkurriert um den Auslands-Oscar mit dem Film «Die Königin und der Leibarzt» des Dänen Nikolaj Arcel. Beide Streifen sind Produktionen mit starker deutscher Beteiligung. Zum zweiten Mal Oscar-Gold könnte sich der deutsch-österreichische Schauspieler Christoph Waltz mit seiner Nebenrolle als Kopfgeldjäger in «Django Unchained» sichern.

Der 70 Jahre alte Haneke zeigte sich glücklich über die Nominierungen für «Liebe». «Ich freue mich außerordentlich», ließ der Regisseur am Donnerstag über den österreichischen Filmproduzenten Veit Heiduschka ausrichten. «Jede Anerkennung bedeutet auch, dass meine Arbeit in Ordnung gewesen ist.» Der Film mit den französischen Altstars Emmanuelle Riva und Jean-Louis Trintignant könnte den Oscar als bester Film für Hanekes Regie und Drehbuch und zugleich die Trophäe als «Beste Schauspielerin» für Riva gewinnen.

Der ausländische Konkurrent «Die Königin und der Leibarzt» über einen deutschen Arzt am dänischen Königshof wurde unter anderem im Dresdner Zwinger gedreht. «Ich bin unglaublich stolz auf die Nominierung und darauf, als deutsche Koproduzentin bei diesem wunderbaren Film von Nikolaj Arcel beteiligt zu sein», sagte die Geschäftsführerin der Berliner Niederlassung des dänischen Filmproduktion Zentropa, Maria Köpf, am Donnerstag in Berlin. Auf der Berlinale sei der Film für das beste Drehbuch ausgezeichnet worden.

Waltz hatte sich bereits am Dienstag in Berlin zu seinen Oscar-Träumen geäußert: «Alles ist erlaubt», sagte der gebürtige Wiener bei der Premiere des Sklaven-Westerns «Django Unchained» von Quentin Tarantino. Waltz hatte 2010 seinen ersten Oscar als bester Nebendarsteller mit dem Tarantino-Film «Inglourious Basterds» gewonnen.

Oscar-Chancen hat auch eine NDR-Koproduktion über den Innengeheimdienst Israels. In der Dokumentation «Töte zuerst - Der israelische Geheimdienst» («The Gatekeepers»), einer Koproduktion mit dem israelischen Fernsehen IBA und Arte France, kommen nach Angaben des Norddeutschen Rundfunks ehemalige Chefs des Geheimdienstes Schin Bet zu Wort und berichten von gezielten Tötungen von Palästinenserführern und Bombenabwürfen auf Gaza. NDR-Intendant Lutz Marmor sprach von einem «Riesenerfolg» für den Film.

Die Oscars werden am 24. Februar in Hollywood zum 85. Mal vergeben. Den letzten Auslands-Oscar hatte Florian Henckel von Donnersmarck 2007 mit seinem Stasi-Drama «Das Leben der Anderen» nach Deutschland geholt.