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Die Lederweste des Anführers der hannoverschen Hells Angels, Frank Hanebuth. Sein Verein ist aufgelöst worden.
Die Lederweste des Anführers der hannoverschen Hells Angels, Frank Hanebuth. Sein Verein ist aufgelöst worden. © dpa
27.06.2013

Hannover Hells Angels ein Jahr nach Rückzug weiter aktiv

Hannover/Pforzheim. Um die Hells Angels ist es ein Jahr nach der Auflösung des bundesweit tonangebenden Ortsclubs in Hannover ruhig geworden, von der Bildfläche verschwunden sind die Rocker aber nicht. Von einem Ende der Rockerkriminalität im Norden könne keine Rede sein, teilte das Landeskriminalamt (LKA) in Hannover mit.

«Wir sind definitiv auf der Hut und haben einen Blick auf die Hells Angels und andere Rockergruppen», sagte LKA-Sprecherin Nadine Bunzler. «Es hat sich nicht viel verändert.» Ohne das Deckmäntelchen ihres Clubs falle den Beteiligten allerdings ihre verharmlosende Eigenwerbung schwieriger, sagte der stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Mildahn.

Vor zwei Jahren traf es den Pforzheimer Ableger der Hells Angels, das Charter Borderland mit Vereinsheim in der Nordstadt. „Einem Hells Angel die Kutte wegzunehmen – das ist das Schlimmste“, sagte damals der Leitende Oberstaatsanwalt Christoph Reichert nach der zweiten Razzia gegen die Rocker. Seitdem ist das Tragen der Pforzheimer Vereinssymbole verboten. Auch in Pforzheim ist es nach dem Vereinsverbot, nach einer weiteren Razzia (Kontrolle des Vereinsverbots) und Gerichtsverhandlungen ruhig geworden in der Rockerszene.

Das gilt auch für die rockerähnlichen Gruppierungen wie die Türsteherclique United Tribuns, die sich in Pforzheim heftige, blutig endende Revierkämpfe mit den Hells Angels geliefert hat, sowie für die Black Jackets, die nach verhängten Haftstrafen sich selbst aufgelöst haben. Von den Rockern des Gremium MC, die einst eine Sternfahrt als Provokation gegenüber den Hells Angels geplant haben, ist ebenfalls nicht mehr viel in der Öffentlichkeit zu sehen gewesen.

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