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Die Hartfeldschule in Enzberg soll in Zukunft Hochbegabte fördern. Im Bild: Schulleiter Karl Tschödrich.
Hartfeldschule soll Hochbegabte fördern
06.10.2010

Hartfeldschule soll Hochbegabte fördern

MÜHLACKER. Der Mühlacker Gemeinderat will sich um die Einrichtung einer Kinderakademie an der Hartfeldschule in Enzberg bemühen. Hochbegabte Grundschüler sollen an 50 Akademie-Standorten im Land gefördert werden. Karl Tschödrich, der die Hartfeldschule seit 2007 leitet, hat bereits einige Veränderungen eingeführt.

Der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats in Mühlacker steht bildungspolitischen Aktivitäten äußerst positiv gegenüber. Dies ist bei der jüngsten Sitzung deutlich geworden. Einstimmig haben die Mitglieder des Ausschusses beschlossen, sich um die Einrichtung einer Kinderakademie an der Hartfeldschule in Enzberg zu bemühen.Was die Kinderakademie betrifft, geht es um Gelder der Hector II-Stiftung zur Förderung hochbegabter Grundschüler. Sollte Mühlacker zusammen mit Pforzheim einer jener etwa 50 Akademie-Standorte werden, die landesweit vorgesehen sind, könnten die – wegen der Schullandschafts-Veränderungen durch die neue Werkrealschule – leer stehenden Klassenräume der Enzberger Hartfeldschule wieder genutzt werden.

Dort könnten Kinder aus dem gesamten östlichen Enzkreis nachmittags mit naturwissenschaftlichen oder auch mit philosophischen Themen vertraut gemacht werden. Selbst Chinesisch-Kurse wären denkbar.Für diese Förderung, die maximal zehn Prozent der Kinder offen steht, stellt SAP-Mitbegründer Hans-Werner Hector pro Einrichtung bis zu 50 000 Euro im Jahr bereit. „Aus vollem Herzen“, erteilte Rolf Leo, Vorsitzender der Fraktion der Freien Wähler, dem Projekt seine Zustimmung. „Ohne solch ein privates Engagement würden wir einige Aufgaben nicht wahrnehmen können“, hob Günter Bächle, der Vorsitzende der CDU-Fraktion hervor.

„Wir sollten allerdings dahin kommen, dass Hochbegabtenförderung nicht mehr nötig ist“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Roland Peter. Aus seiner Sicht müsste die Landesregierung das Thema Bildung und Schulen von sich aus stärker fördern. Als „sehr spannend“ bezeichnete Sabine Pörner das Feld der Unterstützung hochbegabter Kinder. „Sie haben oft Defizite im sozialen Bereich“, führte die Vertreterin der Liste Mensch und Umwelt aus. In den geplanten kleinen Gruppen könnte an diesen Mängeln gearbeitet werden. Wilhelm Heidinger von der FDP mahnte, gleichwohl auch in der Zukunft die schwächeren Schüler nicht zu vernachlässigen. Genügend freie Räume blieben sicher übrig.