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Mit regelmäßiger sportlicher Aktivität wie Nordic Walking können Diabtes-Patienten den Bluzuckerspiegel senken.
Mit regelmäßiger sportlicher Aktivität wie Nordic Walking können Diabtes-Patienten den Bluzuckerspiegel senken. © dpa-Archiv
02.07.2014

Hauptsache Bewegung

Etwa sechs Millionen Deutsche leiden unter Typ-2-Diabetes. Oft hängt die Erkrankung mit Übergewicht und Bewegungsmangel zusammen. Wer regelmäßig körperlich aktiv ist, kann die Krankheit positiv beeinflussen.

Diabetes mellitus ist eine chronische Störung des Zuckerstoffwechsels, bei dem das Hormon Insulin eine wichtige Rolle spielt. Grundsätzlich nehmen wir Energie in Form von Kohlenhydraten auf, die unser Magen-Darm-Trakt in Zuckerbausteine aufspaltet und ins Blut aufnimmt (Blutzucker).

Insulin senkt den Blutzuckerspiegel

Wenn die Blutzuckerkonzentration im Blut ansteigt, wird aus bestimmten Zellen der Bauchspeicheldrüse (den Langerhanszellen) das Hormon Insulin ins Blut abgegeben, denn der Blutzucker kann nur mit Insulin als Schlüssel in die einzelnen Körperzellen gelangen. Ohne Insulin ist die Blutzuckerkonzentration sehr hoch, aber die Organe „verhungern“, weil kein Zucker hineingelangt.
Der im Blut überschüssige Zucker wird mit dem Harn ausgeschieden, was dazu führt, dass der Urin süß ist. Daher rührt auch der Name der Erkrankung: Diabetes mellitus bedeutet so viel wie honigsüßer Durchfluss.

Formen und Ursachen von Diabetes
Übergewicht als eine der Ursachen von Diabetes führt dazu, dass die Organe immer mehr Insulin wollen, bis sie den Blutzucker in die Zellen hineinlassen. Man spricht von Insulinresistenz, einem wichtigen Vorboten des Diabetes mellitus. Übergewicht, Insulinresistenz, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen werden das „Tödliche Quartett“ (Metabolisches Syndrom) genannt – alles sind schmerzlose Erkrankungen, die tödliche Folgen haben können. Die gute Nachricht: Der Verlauf der Krankheit lässt sich positiv steuern – durch entsprechende Ernährung und Bewegung (siehe Kasten).
Aus der Insulinresistenz entwickelt sich nach und nach die häufigste Diabetesform, der Typ-2-Diabetes, verharmlosend auch Altersdiabetes genannt. Eine seltenere Diabetesform ist der Typ 1, bei dem die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse während der Kindheit oder Jugend durch einen Immunprozess zerstört werden – darum spricht man auch vom juvenilen Diabetes.

Außerdem gibt es noch den Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes), der – wie sein Name schon sagt – in der Schwangerschaft erstmalig auftritt, sowie Diabetesformen, die bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse entstehen, etwa bei einer chronischen Entzündung. Inzwischen ist in Deutschland jedes fünfte Kind und jeder dritte Jugendliche zu dick und damit diabetesgefährdet.

Symptome und Anzeichen bei Diabetes
Mögliche Anzeichen oder Symptome sind übermäßiger Durst und große Harnmengen. Auch eine unerklärliche Gewichtsabnahme oder eine Neigung zu Infekten können als Symptome auftreten. Schlimmstenfalls kommt es als Folge der Symptome zum diabetischen Koma mit Übelkeit, Erbrechen und Bewusstlosigkeit.

Typ-2-Diabetes entwickelt sich meist langsam über Jahre, bei Typ 1 kommt es eher innerhalb von Wochen zum Ausbruch der Erkrankung. Schwangerschaftsdiabetes führt vor allem zu einer Gefährdung des Kindes. Außerdem kann sich daraus eine sogenannte Schwangerschaftsvergiftung (Gestose) entwickeln.

Problematisch an Diabetes ist die langsame Entwicklung über die Insulinresistenz. Dabei werden innere Organe bereits in Mitleidenschaft gezogen, während die Erkrankung noch gar nicht erkannt ist (Quelle: gesundheit.de).