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NSU-Prozess in München.
NSU-Prozess in München. © dpa
11.07.2013

Heftige Auseinandersetzung im NSU-Prozess

München. Heftiger Wortwechsel im NSU-Prozess: Ein Nebenklagevertreter hat am Donnerstag den Münchner Mordermittler Josef Wilfling lautstark attackiert. «Der Zeuge hantiert mit Halbwahrheiten», rief Rechtsanwalt Adnan Erdal mehrmals. Zuvor hatte er den Ermittlern vorgeworfen, sie hätten nicht ausreichend rechtsradikale Hintergründe der Tat geprüft. «Es ist kein Geheimnis, dass es in Deutschland auch kranke Menschen gibt, die sich als Neonazis bezeichnen!»

Es ist der erste derartige Eklat in dem Prozess gegen die mutmaßliche Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe und weitere Beschuldigte aus dem Umfeld des «Nationalsozialistischen Untergrunds» (NSU). Der Vorsitzende Richter unterbrach schließlich die Sitzung. Er hatte zuvor mehrmals zur Sachlichkeit gemahnt. «Jetzt machen wir mal fünf Minuten Pause, jetzt regen Sie sich bitte ab», sagte der Vorsitzende Manfred Götzl schließlich. Das Gericht hat am Donnerstag mit der Beweisaufnahme zum Mord an dem Münchner Lebensmittelhändler Habil Kilic im Jahr 2001 begonnen.