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Heimatverbundenheit gepaart mit Traditionsbewusstsein bewiesen die Vaihinger bei der Eröffnung des Maientags auf dem Marktplatz.
Heimatverbundenheit gepaart mit Traditionsbewusstsein bewiesen die Vaihinger bei der Eröffnung des Maientags auf dem Marktplatz. © Kollros
14.06.2011

Heimat wird zum Motto des großen Maientag-Festzugs

VAIHINGEN. Da hat es zum Auftakt des Maientag-Festzugs doch ganz vieler „Schirmherren“ bedurft: Nieselregen und zwischendurch kleine Schauer trübten das Vergnügen für die Akteure im Umzug und die Zuschauer gleichermaßen. Trotzdem ging das traditionelle Heimatfest seinen gewohnten Gang.

Spätestens nach dem Gottesdienst in der Stadtkirche, als sich der bunte Lindwurm seinen weiteren Weg zum Festplatz im Egelsee bahnte, hatte der Wettergott ein Einsehen mit den Vaihingern und mitunter lugte auch schon die Sonne hinter den Wolken hervor. Exakt unterstreichend, wie sich die Stadt in den letzten Tagen für ihr wichtigstes Fest und das ihrer Bürger herausgeputzt hat, wie Oberbürgermeister Gerd Maisch bei der Festeröffnung auf dem Marktplatz anerkennend feststellte. Das Stadtoberhaupt übertrug in seiner Ansprache das Maientagsmotto „Wo befreundete Wege zusammenlaufen, da sieht die ganze Welt für eine Stunde wie Heimat aus“ (nach Hermann Hesse) in die Realität der Festtage, wo gleichsam viele Wege zusammenlaufen würden, Freunde und Klassenkameraden sich wieder träfen und Auslands-Vaihinger ihrer alten Heimat einen Besuch abstatten würden. Alle würden der besonderen Anziehungskraft des Maientags erlegen.

Den Besuchern wünschte Maisch, dass ihnen Vaihingen in diesen Tagen „ein bisschen zur Heimat wird“. Denn Heimat habe auch etwas mit Geborgenheit zu tun, mit Tradition und dem Gefühl, „zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein“. Diesen Eindruck bestätigte auch Gudrun Breitinger, Lehrerin „für mittlerweile drei Generationen“ an der Ferdinand-Steinbeis-Realschule, für die Vaihingen in 37 Jahren zur wirklichen Heimat geworden sei. Und daran habe der Maientag einen gehörigen Anteil.

Und so ergehe es nach ihrer Einschätzung den meisten Neubürgern, die dieses Traditionsfest zunächst wohl als etwas Verstaubtes abtun würden, ihre Zurückhaltung dann aber schnell ablegen würden.

Bestes Beispiel dafür: die zahlreichen Nationalitäten, die sich beim Festzug mit Laufgruppen einbringen, seien es Griechen, Kroaten, Italiener oder Aleviten oder auch die traditionelle Beteiligung einer Delegation aus der ungarischen Partnerstadt Köszeg. Knapp 90 Motive umfasste der Festzug mit knapp 3000 Beteiligten, darunter viele historische Darstellungen aus der Stadtgeschichte. Dazwischen immer wieder musikalische Farbtupfer durch Kapellen aus Vaihingen und den Stadtteilen, aber auch aus der weiteren Nachbarschaft wie Maulbronn und Pforzheim.

Das Traditionsfest endete mit dem so genannten Nachmaientag, dem eigentlichen Nationalfeiertag der Vaihinger, die sich im Festzelt einen arbeitsfreien Tag leisten. Ausklang war bei einbrechender Dunkelheit ein Brillantfeuerwerk über der Stadt.