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Einkochen von Himbeermarmelade. PZ Mitarbeiterin Julia Falk (links) und Marion Pfeiffer. Foto: Keller
Einkochen von Himbeermarmelade. PZ Mitarbeiterin Julia Falk (links) und Marion Pfeiffer. Foto: Keller
02.09.2016

Heimatstark: Fruchtig-süße Versuchung

Jetzt geht‘s ans Eingemachte: „Heimatstark“ hat Marion Pfeiffer vom Bio-Hofladen Reiser in Conweiler beim Marmeladekochen über die Schulter geschaut. Der fruchtige Brotaufstrich ist mit wenigen Zutaten und geringem Aufwand schnell selbstgemacht und sorgt für Begeisterung am morgendlichen Frühstückstisch.

Auf Marion Pfeiffers Arbeitsplatte in der Küche des Bio-Hofladen Reiser in Conweiler liegen beim „Heimatstark“-Besuch nur zwei Zutaten: zwei Kilogramm Himbeeren und zwei Päckchen Gelierzucker mit je 500 Gramm. Daraus sollen später drei Kilogramm des leckeren Brotaufstrichs werden. Im Bioladen der Reisers arbeitet die gelernte Einzelhandelskauffrau seit gut drei Jahren, Marmelade kocht Marion Pfeiffer aber schon viel länger. „Ich bin jemand, der gerne etwas selbst macht“, erklärt die 56-Jährige, „und wenn ich schon frische Früchte im Garten habe, kann ich sie auch gleich verarbeiten.“

Neben den zwei Zutaten stehen in der Küche außerdem ein großer Kochtopf, ein Löffel zum Rühren und kleine Gläschen bereit. „Ein bisschen Vorarbeit gehört schon auch dazu“, sagt die Hobbyköchin, und deutet auf die Gläser, in die die Marmelade später abgefüllt wird: „Die Deckel habe ich vorher ausgekocht, damit sie garantiert keimfrei sind und die Marmelade nicht schimmelt.“ Richtig konserviert halten sich Marmeladengläser im Vorratskeller ewig, so Pfeiffer, „aber Sauberkeit ist das A und O.“

Die Marmelade, die Pfeiffer gemeinsam mit „Heimatstark“ kocht, wird später aus zwei Dritteln Früchten und einem Drittel Zucker bestehen. „Bei gekauften Marmeladen ist das oft anders“, sagt die Hobbyköchin. Da steht häufig der Zucker auf der Zutatenliste an allererster Stelle, macht also mengenmäßig den größten Bestandteil des Brotaufstrichs aus.

Bei Marion Pfeiffer kommen zu einem Kilogramm Früchte ein halbes Kilogramm Gelierzucker. „Wer es süßer mag, kann natürlich mehr Zucker nehmen“, sagt sie, „aber mit dem Verhältnis 2:1 schmeckt man einfach die frischen Früchte viel besser heraus.“

Beim „Heimatstark“-Besuch hat sich Pfeiffer für Marmelade aus

Himbeeren entschieden: „Die ist einfach zu machen und außerdem sehr beliebt“, sagt die Hobbyköchin: „Ich kenne niemanden, der die nicht gerne isst.“ Eigentlich lässt sich aus so gut wie jeder Obstsorte Marmelade herstellen: ob aus Himbeeren, Erdbeeren, Kirschen oder auch Johannisbeeren, Orangen und Pflaumen – beim süßen Brotaufstrich ist für jeden Geschmack etwas dabei. „Ich koche meine Marmeladen saisonal“, erklärt Pfeiffer, „also jetzt im Sommer eben welche aus Himbeeren und Erdbeeren.“

Dass Marmelade nicht gleich Marmelade ist, wissen die wenigsten. „Streng genommen sind nur die Brotaufstriche aus Zitrusfrüchten Marmelade“, erklärt die Hobbyköchin, „alles andere ist Konfitüre.“ Und dann gibt es ja auch noch das Gelee. Das wird etwa aus Johannisbeeren gemacht, denn: „Wenn man Johannisbeeren kocht, bleiben die Häute der Früchte übrig“, sagt Pfeiffer: „Deswegen entsaftet man die Johannisbeeren und macht Gelee daraus.“ So wird aus allen entsafteten Früchten Gelee, etwa auch aus Quitten. „Das ist sehr aufwendig“, sagt Pfeiffer, „denn diese Frucht hat einen Flaum, den man erst gründlich abwischen muss.“

Bei den Himbeeren, aus denen Pfeiffer gemeinsam mit „Heimatstark“ Marmelade kocht, entfällt dieser Schritt. So duftet es bereits nach gut zehn Minuten Kochzeit in der ganzen Küche himmlisch nach heißen Himbeeren. Inzwischen ist auch die Gefahr des Anbrennens vorüber, denn es befindet sich genügend Wasser im Topf. „Wenn die Himbeeren nicht alle ganz verkochen, ist das auch nicht schlimm“, sagt Pfeiffer, „dann sind zwischendrin eben kleine Himbeerstückchen.“ Nach rund 15 Minuten, die Früchte und Zucker auf dem Induktionsherd verbracht haben, führt Marion Pfeiffer den Geliertest durch. „Diese Probe sollte man immer machen“, sagt sie. Und siehe da: Der Klecks Himbeermarmelade auf dem kalten Teller fließt nicht davon, der Brotaufstrich ist also fertig. „Das sieht gut aus“, freut sich Pfeiffer. Nach und nach füllt sie die fertige Marmelade in die Gläschen ab, ein Trichter erleichtert dabei die Arbeit: „Dann gibt es nicht so eine Sauerei“, erklärt sie.

Deckel drauf, Manschette darum, fertig. Im letzten Schritt stellt Marion Pfeiffer die fertigen Gläschen für kurze Zeit auf den Kopf. „Irgendwann macht es Klack – dann ist alle Luft nach oben gestiegen und die Marmelade ist luftdicht verpackt und kann nicht schimmeln“, erklärt die Hobbyköchin.