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Warmlaufen für den heißen Tanz: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft vor dem Spiel gegen Frankreich. © dpa
29.02.2012

Heute gibt es nur ein Testspiel, aber in 100 Tagen wird es ernst

Heute Abend gibt es das Fußball-Länderspiel Deutschland gegen Frankreich zu sehen. Nur ein Testspiel, aber eines, in dem vielleicht schon Weichen für die Fußball-Europameisterschaft gestellt werden. Und ein Spiel, in dem vielleicht schon deutlich wird, wo der deutsche Fußball im Europa-Vergleich steht, wie stark Löws Elf tatsächlich ist, denn Siege gegen Frankreich hatten zuletzt Seltenheitswert. In 100 Tagen beginnt für Joachim Löw und die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Ernstfall.

Bildergalerie: Deutschland startet gegen Frankreich ins EM-Jahr

Am 9. Juni muss das DFB-Team im ukrainischen Lwiw im ersten EM-Gruppenspiel gegen Portugal ran. Das Vorbereitungsprogramm bis dahin steht in den Grundzügen längst, doch es gibt noch einige unsichere Faktoren. «Die Erfahrung lehrt, dass es nicht sinnvoll ist, Ende Februar ein detailliertes Programm vorzugeben», erklärte Bundestrainer Löw.

Vor allem die Bayern sind die große Unbekannte im EM-Vorbereitungspuzzle von Löw, der nach dem letzten Bundesligaspieltag am 5. Mai sein vorläufiges EM-Aufgebot berufen will. Wahrscheinlich wird der DFB-Chefcoach zunächst wieder mehr als die 23 Spieler benennen, die dann am 4. Juni mit nach Polen reisen können. «Das hängt von verschiedenen Einflüssen ab», sagte Löw.

Vor allem das nicht vorhersehbare sportliche Abschneiden des Münchner Rekordmeisters, der höchstwahrscheinlich acht deutsche EM-Starter stellt, erschwert die Detail-Planungen. So könnten schon beim Start ins Regenerations-Trainingscamp an der Costa Smeralda auf Sardinien am 11. Mai einige Nationalspieler aus München, Dortmund oder Mönchengladbach fehlen, wenn sie mit ihren Clubs einen Tag später erst das DFB-Pokalfinale in Berlin bestreiten dürfen.

Die Probleme für den Bundestrainer beginnen, wenn der FC Bayern den Sprung ins Champions-League-Finale am 19. Mai schaffen würde. Dann hätte Löw auch zum Start des Trainingslagers in Südfrankreich am 18. Mai rund ein Drittel seines Personals nicht dabei. In jedem Fall kommt das Kompensationsspiel des FC Bayern gegen EM-Gruppengegner Holland - vereinbart nach den Differenzen um die WM-Verletzung von Arjen Robben 2010 - am 22. Mai als unliebsame Unterbrechung dazu.

Bei einem Bayern-Einzug ins Finale der Königsklasse müsste das vorletzte Testspiel in Basel gegen die Schweiz am 26. Mai wohl ohne Münchner Akteure bestritten werden. Erst für die EM-Generalprobe am 1. Juni gegen Israel in Leipzig könnte Löw mit seinem kompletten EM-Aufgebot planen. «Die zwei, drei Wochen im Mai sind entscheidend», um jeden einzelnen Spieler und das Team auf den Punkt vorzubereiten, unterstrich Löw bereits. dpa