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27.05.2012

Historische Altstadt in Coburg brennt

Coburg. Bei einem Großbrand in der historischen Altstadt von Coburg sind in der Nacht zum Sonntag 13 Menschen verletzt worden. Die Flammen zerstörten mindestens vier denkmalgeschützte Häuser. Es entstand ein Millionenschaden. «Die Löscharbeiten laufen noch», sagte Stadtsprecher Michael Selzer am Vormittag der Nachrichtenagentur dpa. Zahlreiche Menschen erlitten Rauchvergiftungen. In der Nacht wurden 58 Anwohner zwischen Markt- und Schlossplatz von den Rettern in Sicherheit gebracht.

 

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Die Einsatzkräfte suchten nach Polizeiangaben per Hubschrauber mit Wärmekameras weiter nach Brandnestern. Selzer sagte, auch das Puppenmuseum sei beschädigt worden. Die teils historischen Figuren sollten in Sicherheit gebracht werden: «Das Puppenmuseum wird gerade geräumt.»

 

Eine Polizeisprecherin berichtete, auch das Stadtarchiv sei mit Löschwasser bespritzt worden. Feuerwehrleute wollten damit ein Übergreifen der Flammen auf das Archiv und andere historische Gebäude verhindern. «Das Stadtarchiv war nie in Gefahr», betonte Selzer.

 

Die meisten geretteten Anwohner seien bei Verwandten und Bekannten untergekommen. Für alle anderen stelle die Stadt Unterkünfte zu Verfügung. Einige der 13 Verletzten wurden ambulant im Krankenhaus behandelt.

 

Das Feuer war nach ersten Erkenntnissen der Polizei in einem Dachstuhl ausgebrochen und hatte sich auf angrenzende Gebäude ausgebreitet. Die Brandursache war zunächst unklar. Etwa 300 Polizisten, Feuerwehrleute und andere Helfer waren im Einsatz.

 

Brände in historischen Innenstädten haben oft verheerende Folgen. Das Holz der alten Fachwerkhäuser gerät leicht in Brand, enge Altstadtgassen ermöglichen zudem ein schnelles Übergreifen der Flammen auf Nachbargebäude. So löste im Dezember 2010 ein Adventskranz in Konstanz (Baden-Württemberg) einen Brand in der Altstadt aus: Er zerstörte vier historische Häuser, vier Menschen wurden verletzt, der Schaden wurde auf mehr als zehn Millionen Euro geschätzt. dpa