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09.05.2008

Hochzeiten und ein paar Sündenfälle

Hochzeiten sind schön. Hochzeitsmode auch. Manchmal jedenfalls. Bisweilen greifen Braut und Bräutigam allerdings auch übel daneben. Weil das nicht sein muss, hat sich PZ-Mitarbeiterin Kristin Bauer aufgemacht ins Pforzheimer „Glamourös“, Boutique für Hochzeits- und Abendmode. Dort hat sie Fachfrau Irene Epple (Foto) einige Fotos prominenter Brautpaare gezeigt und die Garderobe bewerten lassen. Epple amüsierte sich über so manche Kreation, lobte hier Eleganz, kritisierte dort Kitsch – und wunderte sich über die Berater von Michael Schumacher.

Asja Ohr hat wohl einen der schönsten Berufe überhaupt: Wer den Film „Weddingplaner“ mit Jennifer Lopez gesehen hat, wird gleich schmachtend seufzen, denn die 30-Jährige Ohr ist ebenfalls Hochzeitsplanerin. Wenn man die studierte Betriebswirtin so sieht, könnte man fast meinen, die Filmrolle habe sich an ihr orientiert. Nur dass Asja Ohr im Gegensatz zu Jennifer Lopez alias Mary ihren Traumprinzen schon gefunden hat: Seit drei Jahren ist sie mit ihm verheiratet und hat ihre eigene Hochzeit sogar selbst geplant.
„Damals hat alles angefangen“, sagt die ehemalige Studentin der Fachhochschule Pforzheim und fügt hinzu: „Von da an habe ich immer mal wieder nebenher Hochzeiten für andere Leute geplant und ausgerichtet.“ Dieses „nebenher“ hört sich aus Asja Ohrs Mund sehr locker an. Ist es aber nicht. Denn Hochzeiten mögen schön sein – sie machen aber auch sehr viel Arbeit.
Bis vor Kurzem hat Ohr die Hochzeiten neben ihrem Beruf als Eventmanagerin organisiert. Doch inzwischen hat sie sich selbstständig gemacht und ist rund um die Uhr für ihre Klienten da. „Es beginnt meist damit, dass ich die Paare bei ihnen zu Hause besuche und wir absprechen, über was sie sich schon Gedanken gemacht haben.“ Manche Pärchen, so Ohr, hätten schon sehr genaue Vorstellungen von ihrer Hochzeit, andere stünden noch ganz am Anfang.
Sorgenfrei für 1800 Euro
Ein Rundum-Paket von Asja Ohr kostet rund 1800 Euro und nimmt den zukünftigen Eheleuten unendlich viel Stress ab. „Es reicht meistens nicht, wenn sich das Paar eine Woche vor der Hochzeit frei nimmt und dann drauf los plant. Durch meinen früheren Job und meine Erfahrung habe ich ganz andere Kontakte und weiß, wo ich was günstig und vor allem ganz individuell auf das Paar abgestimmt besorgen kann.“
Die Karlsruherin betont, dass es bei ihr nichts von der Stange gibt und dennoch alles zu einem angemessenen Preis. So kann man sich von Asja Ohr zum Beispiel ein Hochzeitsbuch gestalten lassen, das sie bei einem Buchbinder herstellen lässt. Wem die handelsüblichen Menükarten oder Namensschilder zu öde sind, der kann sich passend im Stil der ganzen Feier welche drucken lassen.
Doch bei aller Individualität weiß Asja Ohr, dass selbst die trendbewusstesten Paare auf so klassische Details wie Rosen – meist rote – Wert legen, genauso wie auf den Eröffnungstanz des Paares. „Später bei der Feier wird es dann eher wieder kreativ. Manche wollen auf die Rennbahn nach Iffezheim als außergewöhnliche Location, andere lieber in den Garten, wieder andere in ein beschauliches Restaurant.“
Ihre eigene Hochzeit hat Asja Ohr vor drei Jahren auch mit dem Mix aus Tradition und Moderne organisiert: „Mein Kleid war klassisch weiß aber kein Prinzessinnen-Modell.“ Ihr Bräutigam und sie haben in einem Aufwasch Standesamt und Kirche erledigt, bei der alle Freunde und Verwandten dabei waren. Beim Essen in einem modernen Lokal jedoch war nur ein Teil der Gäste eingeladen: „Wir wollten eine entspannte Feier im kleinen Kreis,“ sagt Asja Ohr rückblickend. Zur späteren Party wiederum seien alle gekommen.
Bei solch einem langen Tag wäre Asja Ohr sicherlich froh gewesen, eine Hochzeitsplanerin an ihrer Seite gehabt zu haben, die nochmal die Stuhlhussen zurecht zupft oder die Gäste von einem Veranstaltungsort zum anderen lenkt. Doch was ein richtiges Organisationstalent ist, schafft das auch alleine. Ohr jedenfalls hat sich damals nichts aus der Hand nehmen lassen. Auch heute kontrolliert die Hochzeits-Expertin auf Wunsch der Klienten noch einmal alles, damit sich auch keine welke Rose in die Bouquets schleicht oder damit das Essen nicht kalt wird, weil sich das Brautpaar verspätet. „Ich mache nicht viel mehr, als am Hochzeitstag alle Fäden bei mir zu bündeln und alles zu koordinieren. Die Brautleute sollen eine wunderschöne Zeit erleben.“
Aber Asja Ohr ist viel mehr als eine kreative Frau, die mit Deko-Tipps und Geschmack zur Seite steht. Sie ist vor allem Ruhepol für das nervöse Paar, damit es – wie im Film –  ein Happy End gibt. Kristin Bauer