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Zwei Eichstriche (0,33 l und 0,5 l) hat der neue Goldköpfle-Pokal von Hoepfner.
Zwei Eichstriche (0,33 l und 0,5 l) hat der neue Goldköpfle-Pokal von Hoepfner. © Hoepfner
26.02.2013

Hoepfner-Bierglas mit zwei Eichstrichen: Behörden helfen bei Innovation

Die Karlsruher Privatbrauerei Hoepfner bringt mit ihrem neuen Goldköpfle-Pokal eine Innovation bei den Biergläsern auf den Markt. Erstmals gibt es ein gemeinsames Glas für zwei offizielle Größen. Die auf den ersten Blick ungewöhnliche Idee dazu hatte Hoepfner-Geschäftsführer Matthias Schürer.

Die Überlegungen kamen nicht von ungefähr. Viele Wirte wissen angesichts der Vielzahl von unterschiedlichen Größen und einem eher begrenzten Schrankangebot gar nicht mehr wohin mit den Gläsern. Die Aufgabenstellung war andererseits auch mit Blick auf das wichtige Geschmackskriterium nicht ganz einfach. Schließlich werden, wie Geschäftsführer Schürer betont, Biersorten wie zum Beispiel Pils oder Porter von dem Glas-Typ, insbesondere auch seiner Form, beeinflusst.

Schon jetzt gibt es die verschiedensten Größen von 0,2 bis 0,5 Liter: "Als wir ein neues Glas für unser Goldköpfle suchten, habe ich mich gefragt – gibt es vielleicht ein Glas, in dem unsere würzig-feine Pils-Alternative - für den Genießer, der es milder mag –, toll aussieht und auch noch klasse schmeckt – sowohl in der 0,33-Liter- als auch der 0,5-Liter-Variante?“

Bevor es um Design und Form ging, mussten allerdings erst einmal andere Hürden überwunden und eine Antwort auf die zentrale Frage gefunden werden: „Wird ein Glas mit einem zweiten zusätzlichen Eichstrich überhaupt genehmigt?“ Eine erste Anfrage beim dafür zuständigen Eichamt machte wenig Mut und auch der Glaslieferant sagte, wie alle anderen, die Matthias Schürer ansprach: „Nein, das geht nicht!“ Diese Ablehnung hatte einen durchaus komplizierten Hintergrund. Denn bisher war es so, dass es ein Glas mit dem Eichstrich „0,33 l“ in Deutschland, laut Eichgesetz, gar nicht geben durfte! Erlaubt waren nur „0,3 l“.

Die zuständigen Behörden mussten also über ihren eigenen Schatten springen, sonst wäre eine Produktion vermutlich gar nicht zulässig gewesen, weil man damit auch gegen das Eichgesetz verstoßen hätte. Der Geschäftsführer der Privatbrauerei Hoepfner ließ sich jedoch nicht beirren und fand in Yvonne Piater vom Baden-Württembergischen Brauerbund eine engagierte Mitstreiterin, der es gelang, dass im Musterländle erstmals ein Bierglas mit zwei Eichstrichen (0,33 l und 0,5 l) genehmigt wurde.

Für Matthias Schürer, der aktuell auch Präsident des Baden-Württembergischen Brauerbundes ist, war dies ein „großartiger Erfolg“, der im Übrigen zeige, dass „im Bereich der Landesbürokratie eine große Flexibilität vorhanden ist“. So sei es schließlich gelungen ein Glas herzustellen, aus dem man ein kleines und ein großes Bier gleichermaßen trinken kann - „ein Genuss vor allem auch für die Menschen, die viel Schaum mögen!“ Zwischenzeitlich geht das übrigens auch in Rheinland-Pfalz.

Der neue Goldköpfle-Pokal mit der Doppeleiche kommt ganz puristisch daher: Das Glas selbst ziert keine Werbung, nur unten auf dem Rand befindet sich ein dezenter Schriftzug („Goldköpfle“ und „Hoepfner“).