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Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat nach dem tödlichen Überfall auf den Schönheitschirurgen Franz Gsell sein Urteil gefällt. Es verhängte hohe Haftstrafen gegen zwei Männer.
Gericht © dpa
10.12.2014

Hohe Haftstrafen für Duo nach tödlichem Überfall auf Promi-Arzt Gsell

Fast zwölf Jahre nach dem Tod des Nürnberger Schönheitschirurgen Franz Gsell sind zwei Männer zu jeweils elf Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Nürnberg-Fürth sprach die Angeklagten am Mittwoch wegen besonders schweren Raubes mit Todesfolge schuldig.

Sie seien im Januar 2003 mit Äxten bewaffnet in Gsells Villa eingebrochen und hätten den gebrechlichen 76 Jahre alten Arzt so schwer verletzt, dass er wenig später starb, sagte der Vorsitzende Richter Gerhard Neuhof. «Durch Gewaltanwendung haben die Angeklagten leichtfertig den Tod ihres Opfers verursacht.»

Laut Urteil hatten die Männer die Tat von Anfang an so geplant. Sie versetzten Gsell mehrere Schläge, um an mehr Beute zu kommen - auch mit Hilfe der Äxte. Die Männer hatten den Raub in Gsells Villa vor Gericht zugegeben. Sie bestritten aber, Gsell dabei verletzt zu haben. Dies glaubten die Richter ihnen nicht: Gsell selbst habe das Vorgehen der Täter kurz nach dem Einbruch glaubhaft geschildert.

In der Urteilsbegründung erwähnte Neuhof am Rande auch Gsells Witwe Tatjana sowie zwei Autoschieber und einen früheren Staatsanwalt. Die Ermittler hatten zunächst vermutet, dass der Überfall mit einem von dieser Gruppe geplanten Versicherungsbetrug mit der Limousine der Gsells zusammenhing. «Es gab mit Sicherheit die Planung einer Autoschieberei und entsprechende Gespräche», sagte der Richter.

Wie weit diese Pläne bis zum Überfall auf Gsell gediehen waren, habe das Gericht nicht feststellen können. «Wir mussten es aber auch nicht. Wir mussten nur feststellen, ob einer von ihnen an den Verletzungen des Dr. Gsell schuldig war. Und das konnten wir klar verneinen», sagte Neuhof.