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In stimmungsvolles Licht getaucht ist das Innere der Schloßkirche. Foto: Ketterl
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Dicht gedrängt sitzen und stehen die Menchen im Kirchenschiff. Foto: Ketterl
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Hausherrin Reisner-Baral freut sich. Foto: Ketterl

Hunderte Menschen beim ersten Pforzheimer Adventssingen in Schloßkirche

Pforzheim. Ehe Tobias Gfell, der katholische Pastoralreferent, in der evangelischen Schloßkirche – gemeinsam bilden Katholiken und Protestanten die Ökumenische Citykirche – den Besuchern den Segen gibt, erklingt aus Hunderten von Kehlen das wohl „weihnachtlichste“ aller Weihnachtslieder: „Stille Nacht“, geschrieben und vertont vor genau 200 Jahren, in mehr als 20 Sprachen übersetzt und auch Triumph des (wenn auch nur kurzen) Friedens an der Front im Wahnsinn des Ersten Weltkriegs.

Schlosskirche Singen 2
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Erstes Pforzheimer Adventssingen in der Schloßkirche

Daran erinnert Salome Tendies von der ChorAkademie, in deren Händen die musikalische Leitung des ersten Pforzheimer Adventssingens und die Moderation der spätnachmittäglichen Stunde liegt.

Brechend voll ist das Gotteshaus, das „Steinerne Geschichtsbuch“ der Stadt. Bereits lange vor Beginn der von der PZ maßgeblich unterstützten Veranstaltung sind die Bänke besetzt. Rechts und links davon sowie im Eingangsbereich stehen die Menschen dicht an dicht, halten die im Medienhaus der „Pforzheimer Zeitung“ gedruckten und verteilten Liedhefte in den Händen. Der Duft von Glühwein zieht bereits jetzt durch das Kirchenschiff, das im Lauf der nächsten Stunde dank raffinierter Licht-Technik in ein faszinierendes Farbspektrum getaucht wird.

Schloßkirchenpfarrerin Heike Reisner-Baral dankt der Fachfirma Equipmenta ebenso wie den mitwirkenden Chören aus Pforzheim und der Region, Salome Tendies und Bettina Lell von der ChorAkademie sowie den Bläsern aus Pforzheimer Posaunenchören. „Es sind Weihnachtslieder, die uns in den kalten Tagen das Herz erwärmen, uns zusammenbringen und die christliche Friedensbotschaft in die Welt hinaustragen“, sagt Reisner-Baral namens ihrer Mitstreiter dr Citykirche. Sie hätten sich gewünscht, die Lieder im Schloßpark erklingen zu lassen – doch „die Leitung nach oben“ sei wohl derzeit gestört, so Reisner-Baral. Und so singen die Menschen eben in der stimmungsvoll ausgeleuchteten Kirche neben „Stille Nacht“ zehn weitere klassische Weihnachtslieder: „Es ist ein Ros entsprungen“, „Ich steh an Deiner Krippe hier“, „O Tannenbaum“, „Ihr Kinderlein kommet“, „Macht hoch die Tür“, „O du fröhliche“, „Tochter Zion, freue dich“, „Vom Himmel hoch, da komm’ ich her“ und „Maria durch ein Dornwald ging“. Wenn der Reichtum eines Menschen daran bemessen werde, wie viele Lieder er im Herzen trage – so zitiert Reisner-Baral ein Sprichwort –, dann ist an diesem Nachmittag die Schloßkirche mit Reichtum gesegnet.

In Berlin knapp 30.000 Leute

Im nächsten Jahr hofft Schloßkirchenpfarrerin Reisner-Baral auf ein Einsehen „von oben“ – es müssen ja nicht gleich knapp 30.000 Menschen sein, die beispielsweise das Stadion „An der alten Försterei“ in Berlin bevölkerten, um gemeinsam Weihnachtslieder anzustimmen.