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05.11.2009

Ich darf nicht aufgeben

Ich gehöre zu den wenigen Menschen, die sich - trotz 1,90 Metern Körpergröße - kleiner als das Schweinegrippe-Virus vorkommen. Das einzige Mittel, meine Nerven zu beruhigen, ist eine Impfung. Denn was mein PZ-Kollege Thomas Kurtz kann, kann ich schon längst. Er scheint sie überlebt zu haben, die umstrittene Schweinegrippeimpfung. Problemlos. Ich muss jetzt ebenfalls handeln, ich muss mich impfen lassen.

Sofort rufe ich meinen Arzt an, um einen Termin auszumachen. Aber was muss ich hören? Mir wird mitgeteilt, dass zehn Patienten zusammenkommen müssen, ehe geimpft werden kann. Ich solle mich doch in etwa zwei Wochen noch einmal melden. Vielleicht sei es dann möglich.

Ich bin entsetzt. Aber ich darf nicht aufgeben. Jetzt ist guter Rat teuer. Das städtische Krankenhaus muss mir doch helfen können. Dort werde ich jedoch wieder an meinen Hausarzt verwiesen. Denn im Krankenhaus wird nicht geimpft. Was für ein Teufelskreis. Will mir denn partout keiner helfen? Merkt denn niemand, dass ich ohne das Wundermittel wohl nie wieder auf die Straße gehen kann, da dort draußen unzählige ''Viren-Monster'' nur auf jemanden wie mich warten, um mich hinterhältig zu attackieren?

Mir bleibt nichts anderes übrig, als zumindest die nächsten zwei Wochen krampfhaft gelassen mit der Sache umzugehen. Eines jedoch ist sicher: Auf ein Schweineschnitzel mit Pommes Frites werde ich erst einmal verzichten.

Philipp Broll