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06.04.2010

In Keltern Wein erwandern und genießen

Keltern ist bekannt für seine Weine. Gehaltvoll die Roten oder fruchtig-frech die Weißen – ein Spiegelbild des „Terroirs“ (der individuellen Note des Weines; hervorgegangen aus dem einmaligen Zusammenspiel aller geologischen und meteorologischen Einflüsse und Eigenheiten des Anbaugebiets) sind sie ein Markenzeichen für den Weinort vor den Toren der Goldstadt. Ob Ellmendinger Keulebuckel oder Dietlinger Klepberg, die Reblagen prägen das Landschaftsbild, sind Pforte zum Schwarzwald oder Tor zum Kraichgau.

Bildergalerie: Impressionen aus Keltern - Teil 2

Bildergalerie: Impressionen aus Keltern - Teil 1

Auch die Römer haben das nicht nur strategisch so gesehen. Historische Keltergebäude in allen Ortsteilen und das Heimatmuseum weisen den langen Weg zurück in die Wein-Geschichte. „Diese lange Tradition verpflichtet, ist Ansporn und macht ehrgeizig“, so der Kelterner Ökowinzer Gerhard Neye. „Weinbau ist wieder ,in’“. Die vielfältig strukturierten Weinbaubetriebe in Keltern sind innovativ in Sortenstruktur oder Vinifizierung.

Die Gemeinde besitzt eine Gesamt-Rebfläche von über 68 Hektar. Der Weinbau wurde vermutlich schon von den Römern in die Gemeinde gebracht. Die Hauptrebsorten in Ellmendingen sind der Schwarzriesling und der Blaue Spätburgunder. In Dietlingen überwiegt der Müller-Thurgau. Der größte Teil der Reben wird von Feierabendwinzern bewirtschaftet. Die Winzer werden fast alle von der Weinbaugenossenschaft Keltern-Ellmendingen betreut. Die Weine allerdings werden seit 1989 bei der Winzergenossenschaft Weingarten (Baden) vorzüglich ausgebaut. Zwei Weingüter in Keltern arbeiten ökologisch als Selbstvermarkter. Vorzügliche Produkte werden überwiegend in Keltern und der Region vermarktet.

Der neu angelegte Weinwanderweg führt durch das landschaftlich schöne und interessante Rebgebiet. An modern gestalteten Hinweistafeln kann man das Wichtigste und die Besonderheiten über den Wein und den Weinbau erfahren.

Das Kelterner Weinwander-Wochenende, das jeweils am 3. September-Wochenende stattfindet, erfreut sich, auch wegen des gut ausgebauten Weinwanderweges, alljährlich großer Beliebtheit. Auf dem Programm stehen ein Kelterkonzert am Samstagabend, Weinwandertag am Sonntag und Dietlinger Kelterfest am Sonntag und Montag.

Wer den Weinwanderweg auch einmal alleine erkunden möchte und die herrliche Aussicht über Keltern, den nördlichen Schwarzwald und das Pfinztal genießen will, dem sei hier die Route verraten.

Ausgangspunkt ist die Alte Kelter in Ellmendingen. Von dort geht es die Winzerstraße hoch geradeaus weiter im Tal bis zur ersten Abzweigung in den Weinbergen. Dort hält man sich links bis zur Kante der Rebfläche. Nun den nächstmöglichen Weg nach rechts, der nun wieder in einem leichten Bogen zu den Weinbergen zurückführt. Entlang des Anbaugebietes gelangt man nun zum höchsten Punkt an der äußersten Bebauungskante und einer Wegkreuzung (306 Meter), bis man das Weinbaugebiet Dietlingen erreicht. Nach rechts abbiegend, trifft man auf eine Wegkreuzung mit Wandertafel, Grillplatz und dem Vereinsheim des Obst- und Gartenbauvereins.

Danach geht man den betonierten Weg bergab, dann gleich nach rechts auf einen breiten Fahrweg, der mitten durch die Weinberge mit fantastischem Panoramablick auf Keltern bis nach Ellmendingen verläuft.

Dort stößt man auf die Straße „Kleinwäldle“, wo man rechts abbiegt, um wieder auf die Winzerstraße zu treffen. Auf dieser begibt man sich noch ein kurzes Stück bergab und ist somit schon am Ausgangspunkt der erholsamen und erlebnisreichen Wanderung angelangt.