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24.01.2014

Internatsschüler wegen Misshandlungen verurteilt

Stockholm. Zwei Schüler des schwedischen Internats Lundsberg sind am Freitag wegen Körperverletzung verurteilt worden. In einer Art «Aufnahmeritual» hatten sie einen 14 Jahre alten Mitschüler mit einem Bügeleisen so starke Verbrennungen zugefügt, dass er ins Krankenhaus musste. Die beiden 18-Jährigen müssen eine Geldstrafe und Schadenersatz an das Opfer zahlen. Die anderen sieben angeklagten Schüler und die Schlafsaalaufsicht wurden freigesprochen.

Das Gericht in Värmland konnte keine böse Absicht hinter dem Tun der Schüler erkennen. Sie seien sich nicht darüber im Klaren gewesen, wie gefährlich ein Bügeleisen sein könne. «Es liegt in der Natur der Dinge, dass man im Umgang mit einem Bügeleisen sehr vorsichtig sein muss», sagte der Vorsitzende Richter.

Der Vorfall hatte im August 2013 dazu geführt, dass die Eliteschule 300 Kilometer westlich von Stockholm schließen musste. Die Schulleitung hatte das «Aufnahmeritual» zunächst als Streich abgetan.

Das Internat, auf dem auch der schwedische Prinz Carl Philip seinen Abschluss gemacht hat, steht seit Jahren wegen Mobbingvorwürfen unter Beobachtung. Nach einer Untersuchung konstatierte die Schulaufsicht ein System von Erniedrigungen, Beleidigungen und Misshandlungen und ordnete die Schließung an. Die Schule wehrte sich und bekam Recht: Im September erklärte ein Gericht die Schließung für unwirksam.