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Jenny Elvers-Video wieder online - NDR weist Kritik zurück © dpa
20.09.2012

Jenny Elvers-Video wieder online - NDR weist Kritik zurück

Hamburg. Jenny Elvers-Elbertzhagen (40) muss weiter mit Internetvideos ihres verunglückten Fernsehauftritts leben. YouTube hatte zwar am Mittwoch Clips der angetrunkenen Schauspielerin auf Aufforderung des NDR gesperrt. Wenige Stunden später war die Sendung allerdings erneut von Nutzern auf der Plattform hochgeladen worden.

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Die Entfernung jedes Ausschnitts muss einzeln beantragt werden. Bis zum Donnerstag vormittag gab schon wieder mehr als 13 000 Abrufe. In der Sendung «DAS!» vom Montagabend hatte die Schauspielerin angeschlagen gewirkt, gelallt und gekichert. Anstatt über ihre Schmuckkollektion zu sprechen, saß sie breitbeinig auf dem Sofa, lehnte sich nach vorne und malte die Skizze zu einem Schmuckstück, die wie eine Kinderzeichnung aussah. Ausschnitte kursierten wenig später auf YouTube im Internet und wurden hämisch kommentiert. Die 40-Jährige hat inzwischen zugegeben, sie habe ein Alkoholproblem.

Einen Videoclip dauerhaft aus dem Netz zu bekommen, ist gar nicht so einfach, denn er kann von Nutzern immer wieder reingestellt werden. Bei der Google-Tochter YouTube gibt es zwar ein eingespieltes Verfahren, um Filmchen bei Urheberrechtsverletzungen aus der Plattform zu entfernen. «Wenn ein Urheber YouTube darüber benachrichtigt, dass eines seiner Videos ohne Zustimmung auf YouTube erscheint, kann dieser das Flagging System nutzen und wir prüfen und entfernen es wenn nötig», sagte Sprecherin Mounira Latrache.

Das funktioniert bei Videos mit Musik ziemlich gut. Allerdings kann gerade eine öffentliche Diskussion die Nutzer dazu animieren, den verschwindenden Ausschnitt immer wieder aufs neue einzustellen. Es ist dann Sache des Urhebers, YouTube auf die immer neuen Videos hinzuweisen.

Der NDR hat derweil erneut Vorwürfe zurückgewiesen, dass man den verstörenden Auftritt nicht verhindert hat. Die Redaktion der Sendung «DAS!» habe sehr wohl auf den Zustand der Schauspielerin reagiert. Tatsächlich habe die Redaktion zwei zusätzliche Beiträge eingespielt, die in der ursprünglichen Planung nicht vorgesehen waren, um den Gesprächsanteil zu verkürzen, sagte Thomas Kühn, Leiter der Abteilung Vorabendmagazine des NDR, der Zeitung «Die Welt» (Donnerstag).

Ansonsten habe das Produktionsteam wenig Einfluss auf die Live-Sendung gehabt. «Bei den Gesprächen in "DAS!" sitzen die Gäste und Moderatoren auf einem roten Sofa. Das lässt in der Kameraführung kaum Spielraum», sagte Kühn. «Was innerhalb einer Live-Sendung geschieht, unterliegt immer einem gewissen Risiko. Einen Fall wie diesen hatten wir seit dem Start der Sendung 1991 noch nicht.»