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© picture alliance / dpa
05.11.2014

Jerusalem: Auto rammt Fußgänger - ein Toter

Erneuter Terroranschlag in Jerusalem: Ein Lieferwagen ist am Vormittag in eine Fußgängergruppe gerast, die an einer Straßenbahnhaltestelle wartete. Ein Mann wurde getötet, 14 weitere Menschen erlitten zum Teil lebensgefährliche Verletzungen. Der Terrorist fuhr noch weiter und versuchte, zusätzliche Passanten zu überrollen. Er rammte mehrere Autos, hielt an und griff mit einem Brecheisen Fußgänger an. Ein Grenzpolizist stoppte ihn durch Schüsse, der Täter starb.

Der Vorfall ereignete sich an der Haltestelle „Kever Shimon haTzadik“ (Grab von Simon dem Gerechten) im Osten Jerusalems, nördlich der Altstadt und nicht weit entfernt von der Jerusalemer Stadtverwaltung. Bevor er in die Straßenbahnhaltestelle raste, hatte der Mann mit seinem großen Lieferwagen eine Gruppe von Sicherheitsbeamten angefahren, die an einem Fußgängerüberweg stand.

Ein Opfer, ein Grenzpolizist, starb auf dem Weg ins Krankenhaus. 14 weitere Menschen wurden verletzt. Zwei von ihnen, ebenfalls Polizeibeamte, schweben in Lebensgefahr. Der Terrorist starb nach Schüssen eines Grenzpolizisten noch am Tatort.

Nach Polizeiangaben handelt es sich bei dem Terroristen um Ibrahim al-Akri (38), einen polizeibekannten Hamas-Aktivisten aus dem Ost-Jerusalemer Stadtteil Schuafat. Sein Bruder Musa war 2011 beim Austausch von palästinensischen Gefangenen für den israelischen Soldaten Gilad Schalit aus dem Gefängnis frei gekommen.

Hamas-Sprecher Mushir al-Masri veröffentlichte kurz nach der Terrorattacke eine Stellungnahme, in der es heißt: „Wir stärken die Hände desjenigen, der das Blut jener rächt, die in der Al Aksa-Moschee verwundet wurden.“ Auf dem Tempelberg war es am Morgen zu Auseinandersetzungen zwischen Randalierern und israelischen Sicherheitskräften gekommen. Die Hamas nannte den Terrorangriff „das Ergebnis der Verbrechen der Zionisten, die weiterhin die Beter attackieren und die Heiligen Stätten der Palästinenser verletzen.“ Die Islamisten riefen Sympathisanten in Jerusalem, dem Westjordanland und schließlich alle Palästinenser dazu auf, mehr derartige Aktionen auszuführen und die Al Aksa-Moschee mit allen Mitteln zu verteidigen.

Am 22. Oktober hatte ein ähnlicher Terroranschlag in Jerusalem zwei Tote gefordert. Ein Palästinenser war absichtlich in eine Straßenbahnhaltestelle gefahren, dabei waren ein drei Monate altes Mädchen und eine 22-jährige Frau aus Ecuador ums Leben gekommen.