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Ein Screenshot der Facebook Seite "Hilfe für Andreas". 
Ein Screenshot der Facebook Seite "Hilfe für Andreas".  © PZ
19.05.2017

„Jodel“-Post: Obdachloser erfährt grenzenlose Hilfsbereitschaft

Laut einem Bericht des SWR, schließt er Freundschaft mit seinem Bettnachbarn Dennis, der mit ihm im Krankenhaus liegt. Sie führen lange Gespräche und Andreas erzählt von der Abwärtsspirale seines Lebens.

Andreas wurde von seiner Frau und seinem Kind verlassen, danach flüchtete er sich in den Alkohol. In der Folge verlor er seinen Job und schließlich seine Wohnung. Die Alkoholsucht und das Leben auf der Straße haben ihn ausgelaugt. Doch der 40-Jährige habe dem Alkohol inzwischen den Rücken gekehrt. In seinem Gespräch mit Dennis versichert er ihm, sein größter Wunsch sei ein geregeltes Leben, so berichtet der SWR.

Dennis ist gerührt von Andreas' Schicksal. Außerdem ist er Nutzer der Social-Media-App Jodel, mit der Nutzer anonym Beiträge zu regionalen Themen veröffentlichen, die kommentiert werden können. Dort verfasst er eine Nachricht, die alles ins Rollen bringt: "Habe ein ernstes Anliegen: Ich lag zwei Wochen im St. Vincent in Mainz ... Dort habe ich mir das Zimmer mit einem Obdachlosen geteilt, der wirklich eine traurige Geschichte hat."

Andreas' Geschichte berührt nicht nur Dennis, sondern viele weitere „Jodler“. Sie wollen helfen. Manche bieten Klamotten und Schuhe an, andere wollen seine Wäsche waschen. Dennis gründet eine Facebook Seite und legt ein Spendenkonto an. Etwas Unfassbares passiert: Laut seinen Facebook-Posts kommen über 5000 Euro zusammen.

Mittlerweile ist Andreas nicht mehr obdachlos. Er bezieht gerade seine neue 1-Zimmer-Wohnung. Außerdem war endlich wieder beim Zahnarzt, um seine Zähne richten zu lassen. Einen 450-Euro-Job hat der 40-Jährige auch schon gefunden. Dennis schreibt auf Facebook: „Wir kommen dem neuen Leben von Andreas jeden Tag einen Schritt näher!“ 

Der gebürtige Pole ist überwältigt. So viel Hilfsbereitschaft und grenzenlose Anteilnahme hätte er nicht erwartet. Sein festes Ziel ist nie wieder obdachlos zu werden, sagt er dem SWR. Und Dennis glaubt daran. Unglaublich, wie viel ein einziger Post bei Jodel auslösen kann.