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15.07.2013

Jugendschützer prüfen Indizierung von Bushido-Lied

Berlin. Bushidos neues Lied «Stress ohne Grund» könnte auf dem Index landen. Am Montag seien entsprechende Anträge gegen die CD und gegen das im Internet noch einsehbare Video eingegangen, sagte die Vorsitzende der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, Elke Monssen-Engberding. Das Lied des 34 Jahre alten Berliner Rappers enthält Tötungs- und Gewaltfantasien sowie schwulenfeindliche Parolen. Auf einigen Internetseiten ist das Video zu dem gemeinsam mit Rapper Shindy aufgenommenen Song bereits gesperrt.

Schlagersänger Heino bezeichnete das Lied am Montag als menschenverachtend. Bushido müsse «in seiner kriminellen Energie dringend gestoppt werden», forderte er in der «Bild»-Zeitung. «Unser Rechtsstaat ist aufgefordert, jetzt endlich mal zu handeln!»

Drei Alben von Bushido stehen bereits auf dem Index. Über die Indizierung des neuen Songs entscheidet nun ein ehrenamtliches Gremium. Zuvor hat die Plattenfirma eine mehrtägige Frist zur Stellungnahme. Es könne daher rund eine Woche dauern, bis das Lied auf dem Index stehe, sagte Monssen-Engberding. Gesperrt werden beispielsweise Lieder, die zu Gewaltverbrechen aufrufen oder Menschen wegen ihres Geschlechts oder der sexuellen Neigung diskriminieren. Indizierte Titel dürfen nicht mehr verkauft werden.

In «Stress ohne Grund» werden Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der FDP-Bundestagsabgeordnete Serkan Tören, Comedian Oliver Pocher und Grünen-Chefin Claudia Roth namentlich genannt und voller Hass beleidigt. Wowereit wollte am Montag Strafanzeige erstatten. Der Inhalt war noch unklar.

Die Berliner Staatsanwaltschaft prüft das Lied bereits seit dem Wochenende. Der Song gehöre «schnellstens auf den Index» äußerte sich Innensenator Frank Henkel (CDU). Bushido bettele mit seinem «menschenverachtenden Machwerk» um Aufmerksamkeit. «Diese verbale Gewaltorgie muss sich niemand bieten lassen», erklärte Henkel.

Der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, betonte im NDR, Bushido handele aus «purer Lust an der Provokation». «Weil er musikalisch und künstlerisch nicht viel drauf hat, ist er immer darauf angewiesen, sich durch Aufmerksamkeitserzeugung ins Gespräch zu bringen», sagte Beck.

Auch der Rapper selbst will seine Anwältin einschalten. Auf Twitter kündigte er an, Abmahnungen an eine Zeitung verschicken zu wollen. Gründe nannte er nicht.