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Eisige Zeiten in Europa: Vor allem im Osten ist die Lage dramatisch.
02.02.2012

Kältewelle in Europa: Zahl der Toten steigt auf über 120

Berlin. Der Extremfrost in Europa hat die Zahl der Kältetoten auf über 120 steigen lassen - vor allem im Osten ist die Lage dramatisch. In der Ukraine erhöhte sich die Zahl der Erfrorenen um 20 auf 63, wie das Zivilschutzministerium am Donnerstag mitteilte. In Polen starben nach Angaben des Innenministeriums in Warschau bisher 29 Menschen.

Bildergalerie: Eiszeit in Europa: Bereits mehr als 120 Menschen erfroren

In der Nacht fielen die Temperaturen an manchen Orten Deutschlands auf bis zu minus 20 Grad, teilte der Deutsche Wetterdienst mit. Und auch in den kommenden Tagen strömt kalte Luft von Osten nach Deutschland. «Es bleibt überall bei Frost», sagte Meteorologe Helmut Malewski in Offenbach.

Bei Temperaturen von stellenweise minus 30 Grad Celsius wurde die Lage in der Ukraine immer dramatischer, wie Medien am Donnerstag berichteten. Die meisten Kälteopfer dort waren Obdachlose. Auch die meisten Toten in Polen lebten auf der Straße. In Rumänien wurden bisher mindestens 22, in Bulgarien 10 Tote gezählt. In Tschechien kostete die Kälte seit Wochenbeginn mindestens vier Menschen das Leben.

Auch anderen Ländern machte der strenge Winter zu schaffen: In der Türkei störten Schneefälle den Verkehr und die Energieversorgung. Auf dem Atatürk Flughafen in Istanbul seien am Vortag 180 Flüge ausgefallen, berichteten türkische Medien am Donnerstag. In ländlichen Regionen im Osten seien etwa 1000 Straßen zu Dörfern nicht mehr zu befahren. Teilweise sei das Stromnetz zusammengebrochen.

 

In Norditalien blockierten Eis und Schnee ebenfalls Straßen und Schienen. Zwei Züge aus Mailand blieben über Nacht stecken und konnten erst mit zehnstündiger Verspätung weiterfahren, teilte die Staatsbahn mit. In der italienischen Metropole fielen zahlreiche Flüge aus.

Ferrari musste die Präsentation seines neuen Formel-1-Wagens in Maranello absagen - nicht mal mit dicken Schneeketten wäre die «Rote Göttin» vorwärtsgekommen.

An der südlichen Adria lag am Donnerstag Schnee, was dort sehr selten ist. Auch an den kroatischen Küsten schneite es.

Dauerfrost und der eisige Ostwind haben den Müritzsee zufrieren lassen. «Bei minus 14 Grad gibt es nur noch ganz wenige freie Stellen auf der Müritz, am Rand ist das Eis dicker als sonst üblich», sagte Olaf Schatzki vom Wasser- und Schifffahrtsamt in Waren. Die Behörden warnten aber davor, das Eis zu betreten.

Nicht nur Europa gleicht einem Eisschrank: Auch in Japan kämpften die Menschen mit heftigen Schneefällen und eisigen Temperaturen. Mehr als 50 Menschen kamen nach amtlichen Angaben bei Unfällen im Schnee ums Leben. Die meisten Todesopfer seien ältere Menschen, die beim Schneeräumen von den Dächern ihrer Häuser fielen. dpa