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In Kambodscha sammeln Arbeiter Mückenlarven ein, die unter anderem Zika-Viren übertragen. © dpa
04.02.2016

Kambodscha rückt nach weltweitem Zika-Alarm gegen Mücken vor

Phnom Penh (dpa) - Aus Sorge vor einer Ausbreitung des Zika-Virus machen die Gesundheitsbehörden in Kambodscha gegen Mücken mobil. In der Hauptstadt Phnom Penh, einem beliebten Ziel von Südostasien-Urlaubern, sammelten Arbeiter am Donnerstag Mückenlarven ein und legten Eiablageplätze trocken. Auch in Wohnhäusern und Gärten rückten sie mit langen Rohren an, um Gelbfiebermücken (Aedes aegypti) einzusaugen, die unter anderem Zika-Viren übertragen. Ähnliche Einsätze gibt es in anderen Ländern der Region wie Thailand, Malaysia und Singapur. Am Montag hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen der raschen Verbreitung von Zika in Amerika einen globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen.

In Brasilien haben Behörden den dringenden Verdacht, dass eine Zika-Infektion bei Schwangeren zu schweren Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen führen kann. In Kambodscha ist das Zika-Virus seit langem bekannt. Bislang haben die Behörden bei Infizierten aber keine bleibenden Gesundheitsschäden festgestellt. Die Symptome wie Fieber sowie Muskel- und Kopfschmerzen sind normalerweise mild und verschwinden nach zwei bis sieben Tagen. Nicht jeder erkrankt überhaupt daran. Das Gesundheitsministerium rief die Menschen dennoch auf, sich mit Mückenspray zu schützen und unter Moskitonetzen zu schlafen.

Die Aedes aegypti-Mücken übertragen auch das Dengue-Fieber, das sich in Südostasien seit Jahren stark ausbreitet und dort als viel größere Gefahr gilt. Weltweit sterben daran im Jahr nach WHO-Schätzungen 22.000 Menschen.