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Unfall Glasgwo © dpa
23.12.2014

Katastrophe im Einkaufsrummel: Müllwagen erfasst Passanten

Am Morgen kämpfte die Glasgower Feuerwehr noch gegen das Hochwasser, das Teile der größten schottischen Stadt heimgesucht hatte. Nur wenige Stunden später dann wurden die Männer Zeugen einer vorweihnachtlichen Katastrophe. Schreie, Verzweiflung, Ärzte und Sanitäter, die auf offener Straße um das Leben schwer verwundeter Menschen kämpften.

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Mitten im Einkaufstrubel hatte ein Lastwagen der städtischen Müllabfuhr auf dem vielbesuchten St.-George-Square im Zentrum der Stadt mehrere Passanten erfasst. Medien berichteten bald von sechs Toten; die Polizei bestätigte die Zahl wenig später.

Minuten nach den schrecklichen Ereignissen gab es erste Gerüchte. War es ein Anschlag? Lenkte den Müllwagen gar ein Selbstmordattentäter? Die Polizei konnte solchen Theorien allerdings schnell den Wind aus den Segeln nehmen. «Wir haben keinen Grund, an etwas Boshaftes zu glauben», sagte ein Sprecher.

Vermutlich hatte der Fahrer am Steuer eine Herzattacke erlitten. Ein Augenzeuge berichtete, er haben gesehen, wie der Fahrer zusammengebrochen über dem Lenkrad hing. Nach Polizeiangaben hat er überlebt und wurde am Abend im Krankenhaus behandelt.

Politiker wie Premierminister David Cameron sprachen den Angehörigen ihr Mitgefühl aus, Passanten legten Blumen nieder. Die schottische Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon rief Passanten auf, ihre Angehörigen zu informieren, um ihnen die Sorgen zu nehmen.

Die Berichte der Augenzeugen klingen nach einem Alptraum. Der Müllwagen soll mitten in der Stadt plötzlich Gas gegeben haben, über die Bordsteinkante gerumpelt sein und alles mitgenommen haben, was im Wege stand. Menschen sollen wie Kegel auf einer Kegelbahn umgeworfen worden sein. Ein Taxi, das der Müllwagen rammte, wurde in den Eingang eines naheliegenden Bahnhofes geschoben.

Nach Polizeiangaben ist der Lastwagen noch rund 300 Meter weitergefahren, nachdem er erstmals einen Fußgänger erfasst hatte. «Die Opfer sind über mehrere Orte verteilt», sagte ein Polizeisprecher. Das mache genaue Angaben unmittelbar nach dem Unglück schwierig.

Es ist das zweite schwerwiegende Unglück in Glasgow innerhalb eines guten Jahres. Vor knapp 13 Monaten war über der Stadt ein Polizeihubschrauber abgestürzt und in eine gut besuchte Musikkneipe gekracht. Zehn Menschen kamen dabei ums Leben, darunter die drei Crewmitglieder.