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In diesem Jahr fand der Gruschtelmarkt zum ersten Mal im Enzauenpark statt.  Foto: Moritz 
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Gemeinderatskandidatin Andrea Wunsch verteilt mit der CDU Erdbeerkuchen. 
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Die US-Amerikaner Max, Andrew, Emma, Katie und Trevor (von links) machen Rast bei der Bierbörse im Enzauenpark und probieren die verschiedenen Gerstensäfte. 
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Monika Gretz, Tanja Göldner und Nicole Hauser (von links) verkaufen gut. 

Kehrt der Gruschtelmarkt in die Pforzheimer City zurück?

Der Gruschtelmarkt bewegt die Gemüter, Händler und Besucher gleichermaßen. Zum ersten Mal hat der beliebte Markt auf der Wiese im Enzauenpark stattgefunden. Und das sorgte nicht nur vor Ort, sondern auch in den sozialen Netzwerken für reichlich Gesprächsstoff.

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Gruschtelmarkt und Bierbörse im Enzauenpark

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Bierbörse // Enzauenpark // 18.05.2019

Eine Nutzerin schreibt beispielsweise: „Vielleicht finden die im Rathaus auch noch einen Termin im Enzauenpark fürs Oechsle-Fest und den Weihnachtsmarkt.“ Wolfgang Fischer aus Eutingen hat sich Samstag und Sonntag auf den Weg in den Park gemacht und findet deutliche Worte: „Aus dem Gruschtelmarkt ist ein Gerümpelmarkt geworden. Wo sind die Antiquitätenhändler? Ein solches Event lebt von einem Nachtmarkt mit besonderer Atmosphäre. Ebenso ist ein gesicherter Untergrund wichtig.“ „Die Wiese ist morgens feucht, egal, ob es geregnet hat, oder nicht“, sagt Margit Reiling. Die Pforzheimerin ist seit dem Jahr 2002 beim Gruschtelmarkt vertreten und verkauft „nur Gruscht“. Vom hölzernen Fensterladen über Porzellanschalen bis zu Fisch-Optik Badelatschen hat sie alles. „Am Samstag war ich um 5.30 Uhr zum Aufbau hier. Das war überhaupt nicht nötig“, resümiert sie. Waren die Standplätze in der Innenstadt einst heiß begehrt. So sind sie weder am Samstag, noch am Sonntag komplett belegt.

„Die Wetteraussichten haben Händler vom Kommen abgehalten“, sagt Veranstalter Bernd Noll. Bei den Besuchermassen, die durch den Park strömten habe sich deshalb oft Ernüchterung eingestellt. „Ich halte den Enzauenpark aber für einen schönen Veranstaltungsort. Allerdings darf der direkte Vergleich mit dem alten Gruschtelmarkt in der Innenstadt nicht gezogen werden.“ Dem pflichtet WSP-Direktor Oliver Reitz bei. „Nach dem Ausfall des ursprünglich vorgesehenen Gruschtelmarktbetreibers standen wir vor dem Problem, den Gruschtelmarkt komplett absagen zu müssen.“ Mit Betreiber Bernd Noll sei eine Alternative gefunden worden. Der Enzauenpark habe seine Reize, jedoch sei die Parkplatzsituation nicht optimal. „Die gastronomische Anbindung und die Toilettenanlagen sind Vorteile für Verkäufer und Besucher.“ Reitz fügt aber hinzu: „Wenn wir einen Weg finden, die Kosten und Auflagen für einen Gruschtelmarkt im Bereich der Innenstadt deutlich einzugrenzen und Möglichkeiten zu schaffen, Standflächen im Vorfeld online zu vergeben, kann dies für einen Marktbetreiber bessere Rahmenbedingungen schaffen.“ Damit deutet Reitz an, dass der Gruschtelmarkt durchaus wieder in die City zurückkehren könne. Das gelte es, mit Geschäftsbetreibern und Anwohner abzustimmen. Fakt sei aber: „Der Eigenbetrieb Wirtschaft- und Stadtmarketing (WSP) kann und darf gemäß EU-Beihilferecht nicht selbst als Marktveranstalter auftreten.“ Noch in diesem Sommer solle eine Lösung gefunden werden.

Derweil läuft auf der Bierbörse alles rund. Bernd Noll spricht in seinem Fazit von grandiosen, wenn auch kalten Abenden am Fluss. „Im vergangenen Jahr war es acht, neun Grad wärmer. Da bleiben die Leute länger sitzen und konsumieren auch mehr.“

Susanne Knöller

Susanne Knöller

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