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Kiesewetter-Mord rückt wieder in den Fokus des NSU-Prozesses.
Kiesewetter-Mord rückt wieder in den Fokus des NSU-Prozesses © dpa
21.10.2014

Kiesewetter-Mord rückt wieder in den Fokus des NSU-Prozesses

München/Heilbronn. Das Oberlandesgericht München will am Dienstag (9.30 Uhr) im NSU-Prozess das private und berufliche Umfeld der ermordeten Polizistin Michele Kiesewetter beleuchten.

Der Mord an der Beamtin im April 2007 in Heilbronn gilt als rätselhafteste Tat, die dem Trio um Beate Zschäpe zugeschrieben wird. Laut Anklage haben die Terroristen des «Nationalsozialistischen Untergrunds» ihr Opfer nur zufällig ausgewählt, um «unmittelbar den Staat zu bekämpfen und Polizeibeamte als Repräsentanten des Staates zu ermorden».

Nebenkläger haben immer wieder darauf hingewiesen, dass Kiesewetter wie das NSU-Trio aus Thüringen stammt und mehrere ihrer Angehörigen und Freunde enge Verbindungen in die rechtsextreme Szene hatten. Außerdem seien zwei ihrer Kollegen bei der baden-württembergischen Polizei Mitglieder des rechtsextremen Ku Klux Klans gewesen. Als Zeugin ist eine Kripo-Beamtin geladen, die das private und dienstliche Umfeld Kiesewetters untersucht und dazu einen mehr als 80 Seiten umfassenden Bericht verfasst hatte.