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Mehr Infos über Rosalinda in ihrem Steckbrief. Foto: Privat
Mehr Infos über Rosalinda in ihrem Steckbrief. Foto: Privat
Dana Faber mit Rosalinda und ihren Radiergummi-Freunden. Foto: Privat
Dana Faber mit Rosalinda und ihren Radiergummi-Freunden. Foto: Privat
28.03.2017

Klasse Kameraden: Aus dem Leben eines Radiergummis

Pforzheim. Hallo. Ich bin ein Radiergummi. Aber wenn ihr glaubt, ich sei ein stinknormaler Radiergummi, dann habt ihr euch getäuscht. Mein Name ist Rosalinda. Ich sehe aus wie ein niedliches kleines Schweinchen. Und eigentlich war mein Leben ganz gemütlich. Bis zu dem Tag, als Dana, ein Mädchen aus der Klasse 4e der Weiherbergschule, mich zu ihrem persönlichen Fehlerentferner auserwählt hat.

Seither ist nichts mehr, wie es einmal war … Jeden Tag stopft mich Dana morgens mit ihrem Füller und sämtlichen Stiften in ein enges, kleines, stickiges Täschchen. „Mäppchen“, nennt sie es. Darin schleppt sie mich in ihrem holpernden Ranzen in die Weiherbergschule.

Erst wenn Dana dort den Reißverschluss des Mäppchens öffnet, kann ich keuchend nach Luft schnappen. In der Klasse ist es lustig. Hier treffe ich meine Kumpels Marvin-Michael, Bobby und Hugo. Allesamt sind auch Radiergummis, die es ebenfalls nicht so leicht haben. Marvin-Michael wurde zum Beispiel so kläglich behandelt, dass ihm bereits ein Bein fehlt!

Immer wenn wir gerade so richtig Spaß miteinander und mit den Kindern haben, zischt vorne eine Frau, dass sie um Ruhe bittet. Mathe oder so, will sie dann machen ... Total langweilig!

Deshalb spaziere ich immer wieder nach vorne zu der Frau und mache ihr tolle Vorschläge, was man statt der öden Rechnerei sonst alles Schönes machen könnte. Eis essen zum Beispiel. Oder mit der ganzen Klasse in den Urlaub fahren. Die Frau schimpft, dass ich sie in den Wahnsinn treiben würde.

Manchmal gehen wir in eine große Turnhalle. Ich träume bis heute davon, dass ich auch mal eine Mannschaft wählen darf. Das muss wahnsinnig toll sein – zumindest streiten sich immer alle darum. Mittags klingelt es dann noch mal. Dann stopft Dana mich wieder ins Mäppchen. Vielleicht habe ich ja Glück und wir fahren demnächst doch mal mit der ganzen Truppe in den Urlaub. Vielleicht auf einen Bauernhof . . .