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Sandy Jenny © fotolia/Dietz/dpa
07.02.2013

Klatsch mit Sandy: Jenny Elvers-Elbertzhagen beichtet

Inge ist mit meiner älteren Schwester in die Schule gegangen. Inge, so hat meine Mama früher immer gesagt, hat alles richtig gemacht, als sie den Filialleiter unserer Bank geheiratet hat, einen Typ, der auch im Gemeinderat sitzt und in zig Vereinen im Vorstand ist. Inge steht an seiner Seite dauernd im Rampenlicht und muss immer und überall mit anderen möchtegernwichtigen Langweilern reden. Jetzt sitzt Inge bei mir im Nagelstudio und hat ein Problem.

Das hat nichts mit ihren Nägeln zu tun, die sind nämlich dank meiner Pflege immer tipptopp. Inge musste nämlich etwas warten, hat in meinen Magazinen geblättert, wollte aber keinen Kaffee und auch kein Wasser zur Erfrischung. Meine Kundenliebe geht jedoch nicht so weit, dass ich ihr gleich ein Gläslein von meinem Notvorrats-Schnaps angeboten hätte. Den brauche ich selbst für trübe Tage oder zur Verdauung, wenn mein Fertigmenü aus der Mikrowelle mir nach der Mittagspause schwer im Magen liegt.

Inge trinkt Alkohol wie andere Wasser. Dabei sieht sie immer noch gut aus – wenn man denn so etwas Kunst-Blondes im Barbie-Stil mag. Aber glücklich ist sie nicht an der Seite von ihrem Mister Wichtig. Das erinnert mich an die ehemalige Heidekönigin des Heideblütenfestes von Amelinghausen. Morgens eine Flasche Sekt, mittags die volle Dröhnung Rotwein und abends dann den ganz harten Stoff. Die letzte Flasche Sekt hat sie wohl sogar vor ihrem Sohn getrunken. Auf Ex. Jenny Elvers-Elbertzhagen ist wieder in den Schlagzeilen.

Keine Klatschzeitschrift, die das Schicksal der abgestürzten Schauspielerin nicht ausschlachtet. Auch bei mir im Nagelstudio liegt sie mit ihrer Alkoholbeichte in fünffacher Ausführung in der Warteecke. Das arme Jenny-Ding.

Mal ehrlich, mir fällt es ja auch schwer, auf den großen Kosmetik-Messen jedes Sektgläschen zu verweigern. Bei der Auswahl an neuen freakigen Mustern wird mir dann oft ganz schwindlig. Keiner von uns Normalos – außer mir, weil ich kenne ja Inge - weiß doch, wie schwer der Kampf einer Frau im Rampenlicht gegen den inneren Schweinehund ist. Immer gut aussehen, auf die Figur achten und mit semi-prominenten Männern ins Bett gehen. Das ist auch für eine Heidekönigin sicher nicht einfach. Und es ist bestimmt auch nicht leicht, auf den großen roten Teppichen der Welt nüchtern zu bleiben, vor allem mit High Heels, die andere als Waffe bezeichnen würden.

Jenny hat sich ja schon automatisch in Positur geworfen und das Zahnpastalächeln aufgelegt, wenn es nur draußen beim Sommergewitter geblitzt hat. Immer gut drauf sein. Immer gut aussehen. Wirklich ein harter Job. Ob Fabrikarbeiterinnen, wenn sie das wüssten, Jenny weiterhin noch beneiden? Ich zum Beispiel möchte mit Inge nicht tauschen. Allenfalls das Girokonto.

Inge hat von mir zwar jetzt schöne lange Fingernägel bekommen, aber die alleine bringen sie noch nicht auf den wirklich wichtigen roten Teppich. Dazu fehlt ihr das gewisse Etwas, die lockere Zunge und das richtige Styling. Deshalb verstehe ich auch nicht, dass sie beim Politurfinish über das arme Party-Girl aus der Lüneburger Heide herzieht. Wo doch Inge und Jenny im Grunde so viel gemeinsam haben.

Ob Inge auch einmal öffentlich ihr Suchtproblem beichten wird? Das Beichten vor der Kamera scheint unter Promis gerade Mode zu sein. Joey Heindle hat erst kürzlich im Dschungelcamp seine angebliche Drogensucht gestanden. Da war ich vielleicht schockiert. So unschuldig, unser kleiner Dschungelkönig, und dann hat er mal von weitem an einem Joint geschnuppert. Und erst die Porno-Beichte von Joeys Dschungel-Kollege Patrick Nuo. Da ist mir doch glatt kurz der Pinsel ausgerutscht, als ich mich abends nichtsahnend vor der Glotze um meine eigenen Nägel kümmern wollte. Meine Güte, habe ich gelacht. Dieser langweilige Schönling hat sich Sexfilmchen im Internet reingezogen und verkauft das als Sucht. Dann ist doch jedes 13-jährige Pickelmonster süchtig.

Alle plaudern sie aus dem Nähkästchen. Das ist oft peinlich, manchmal richtig blöd und wenn es ums Geld geht, nicht selten ein totaler Beschiss. Jenny wollte wahrscheinlich als mutige Kämpferin zurück ins Rampenlicht, hoffte auf seriöse Schauspielrollen. Schade, das wird wohl nichts. Vielleicht reicht es fürs Dschungelcamp. Bei mir hat sie schon einen Stein im Brett – als echte Schunkelkönigin.