nach oben
15.07.2016

Kommentar: Terror vor der Haustür

Der Anschlag in Nizza macht deutlich: Es kann jeden von uns treffen. Ein Kommentar von Thomas Satinsky. 

Die gesamte freie Welt steht unter Schock. Denn das Attentat von Nizza macht uns allen klar, wie nahe der Terror ist und dass Mördern mit angeblich religiösem oder politischem Hintergrund jedes Mittel zum Töten recht ist. Die näheren Hintergründe der Tat sind noch ungeklärt, aber es sieht wohl so aus, als ob es sich wieder um einen radikalisierten Kleinkriminellen handelt. Dieser nun wieder handelt nach den Vorgaben des sogenannten Islamischen Staates, den Terror überall hin zu tragen. Die Botschaft ist unmissverständlich: Es kann jeden treffen.

Der Terrorkrieg wird folglich weitergehen. Viel schlimmer: Selbstmordattentate und Gemetzel inmitten von Großstädten – und sogar an Urlaubsorten – sind erschreckend normal geworden. Man stumpft ab.

Und genau in dieser Gleichgültigkeit liegt die Gefahr. Wir sind alle dazu aufgerufen, uns für Werte wie Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit einzusetzen. Sie sind unsere demokratischen Glaubensinhalte. Wer von außen Terror-Ideologien eines fehlgeleiteten Islamismus in unsere Gesellschaft trägt, muss gestoppt werden - dann eben auch mit Waffen und lückenloser Überwachung. Eine Demokratie muss wehrhaft sein, sonst zerfällt sie.

Wir sollten uns aber zurückhalten mit Bombardements in jenen islamischen Staaten, die sich in Glaubenskriegen gegenseitig massakrieren. Vielmehr muss der Islam selber einen Weg zum Frieden vor Ort finden. Solange aber die Terroristen von anderen arabischen Staaten bezahlt werden, ist diese Hoffnung wohl eher naiv und Anschläge wie in Nizza werden weiter geschehen.

Leserkommentare (0)