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Nach fünf Jahren, die kein Ermittlungsergebnis bei einer versuchten Kindesentführung brachten, ist bei einem Fingerabdruck-Abgleich ein Tatverdächtiger entdeckt worden.
Nach fünf Jahren, die kein Ermittlungsergebnis bei einer versuchten Kindesentführung brachten, ist bei einem Fingerabdruck-Abgleich ein Tatverdächtiger entdeckt worden. © Symbolbild: dpa
26.05.2017

Kommissar Zufall und Fingerabdruck führen zu möglichem Kindesentführer

Marburg. Fast fünf Jahre nach der versuchten Entführung eines Kindes können die Ermittlungsbehörden einen Fahndungserfolg vermelden. Ein dringend tatverdächtiger Mann aus Nordrhein-Westfalen befindet sich seit Mittwoch in Untersuchungshaft.

Rückblick: Am Montagnachmittag, 1. Oktober 2012 versuchte ein bis dato unbekannter Mann in Niederweimar bei Marburg ein zu diesem Zeitpunkt neunjähriges Mädchen zu entführen. Er zog das Kind in sein Fahrzeug und klebte dem Opfer dabei ein Klebeband auf den Mund. Dem Mädchen gelang glücklicherweise die Flucht, als der Mann sein Fahrzeug startete.

Nach dem Vorfall kam es zu umfangreichen Ermittlungs- und Fahndungsmaßnahmen von Polizei und Staatsanwaltschaft. In diesem Zusammenhang suchten die Ermittlungsbehörden auch nach einem grauen oder silberfarbenen Opel und baten die Bevölkerung um Mithilfe. Trotz der intensiven Maßnahmen verliefen die Ermittlungen der speziell eingerichteten Arbeitsgruppe damals ohne Erfolg. Die Polizei berichtete ausführlich über das Geschehen.

Jetzt wurde dem Tatverdächtigen ein Vorfall Anfang Mai in einem Schwimmbad in Witten zum Verhängnis. Im Rahmen eines dort anhängigen Verfahrens wurde der 34-Jährige erkennungsdienstlich behandelt. Ein automatischer Abgleich durch das Hessische Landeskriminalamt ergab, dass die gesicherten Fingerabdrücke des Mannes mit Fingerabdrücken auf dem im Oktober 2012 benutzten und sichergestellten Klebeband in Niederweimar übereinstimmen. Von der Staatsanwaltschaft Marburg wurde für den 34-jährigen Tatverdächtigen unverzüglich ein Untersuchungshaftbefehl, ein Durchsuchungsbeschluss sowie ein Antrag zur Entnahme von Körperzellen zwecks DNA-Abgleich bei dem zuständigen Amtsgericht in Marburg beantragt und auch erlassen. Beamte der Kriminalpolizei Marburg nahmen den Verdächtigen mit Unterstützung der ortsansässigen Polizeibehörden am Dienstag, 23. Mai in Lippstadt vorläufig fest.

Zudem erfolgten Wohnungsdurchsuchungen an mehreren Orten in Nordrhein-Westfalen sowie Durchsuchungen von zwei Fahrzeugen des Mannes. Recherchen ergaben zudem, dass auf den Beschuldigten im Jahre 2012 ein grauer Opel Omega zugelassen war. Der mutmaßliche Täter wurde am Mittwoch, 24. Mai dem zuständigen Richter beim Amtsgericht Marburg vorgeführt, der den bereits bestehenden Haftbefehl bestätigte. Der 34- Jährige sitzt seither in einer Justizvollzugsanstalt ein. Die intensiven Ermittlungen, insbesondere zu den Aufenthaltsorten und Reisewegen des Festgenommenen, dauern an.