nach oben
Der Angeklagte Silvio B. (r) spricht im Landgericht in Koblenz (Rheinland-Pfalz) im Gerichtssaal mit seinem Anwalt Frank Schubert. Er soll am 23.11.2012 seinen neunjährigen Sohn und seine 43 Jahre alte Frau mit einem Küchenmesser erstochen sowie seinen siebenjährigen Sohn im Haus der Familie erstickt haben. Der Prozess gegen den Familienvater beginnt heute vor dem Landgericht Koblenz. © dpa
18.04.2013

Krufter Familiendrama: Angeklagter schildert blutige Details

Koblenz. Vor dem Landgericht Koblenz hat ein Mann in grausamen Einzelheiten geschildert, wie er seine Familie in Kruft in der Osteifel (Rheinland-Pfalz) ausgelöscht hat. Detailliert beschrieb der 48-Jährige, wie er im vergangenen November im eigenen Mietshaus nacheinander seine Söhne im Alter von 7 und 9 Jahren sowie seine 43-jährige Frau tötete.

Bildergalerie: Familiendrama in Kruft

Betrunken habe er zunächst den jüngeren Sohn mit der Hand und einem Kissen erstickt. Auf seine Frau schlug er erst mit einer Bratpfanne ein, dann erstach er sie. Seinem älteren Sohn schnitt er von hinten die Kehle durch. Der 48-Jährige hatte sich einige Stunden nach der Tat im Saarland mit Verwandten der Polizei gestellt. Ihm droht nun eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen dreifachen Mordes.

Mit den Taten habe er sich an seiner Frau rächen wollen, weil sie einen Geliebten gehabt habe. «Es war so, dass ich uns aus der Lage befreien wollte – die Jungs und mich», sagte er. Seine Frau und er hätten sich schon lange auseinandergelebt, sie habe aber ihm gegenüber nie zugegeben, einen anderen gehabt zu haben. Sie sei allerdings mehrfach abends nicht nach Hause gekommen. Dann habe er Fotos gefunden, die seinen Verdacht erhärtet hätten.

Am Nachmittag des 21. November 2012 – einen Tag vor dem Drama - fuhr die Frau nach Angaben des Angeklagten zu einer Firmenweihnachtsfeier und kündigte an, abends nicht heimzukommen. Er selbst habe abends seine Kinder ins Bett gebracht und angefangen zu trinken. Nach eigener Aussage war der 48-Jährige bis kurz vor der Tat trockener Alkoholiker, mehrfach sei er in Therapie gewesen. Am 22. November, dem siebten Hochzeitstag des Ehepaares, brachte er dann im Verlauf des Tages seine drei Opfer um.

Die Eltern und die Schwester der getöteten Frau verfolgten die Aussage des Angeklagten im Gerichtssaal, sie treten als Nebenkläger auf. Ihr Anwalt, Ahmet Günes, bestätigte am Rande der Verhandlung, dass die 43-Jährige eine außereheliche Beziehung hatte. «Sie wollte weg.» Ihr Mann sei nicht damit klar gekommen, dass seine Frau und nicht er die Familie ernährte.

In dem Verfahren sind bislang noch zwei weitere Verhandlungstage bis Mitte kommender Woche angesetzt.