nach oben
Vom Revolutionär zum Museumsstück – Der Apple IIc (links), designed by Schwarzwald, und der Commodore Pet 2001 in einer Sonderausstellung. Foto: dpa
Vom Revolutionär zum Museumsstück – Der Apple IIc (links), designed by Schwarzwald, und der Commodore Pet 2001 in einer Sonderausstellung. Foto: dpa
15.12.2011

Legendärer Apple-Computer nahm im Schwarzwald seine Gestalt an

Was haben der Nordschwarzwald und die Silicon Valley gemeinsam? Antwort: Die Erfolgsgeschichte von Apple. Das Design des ersten maßgeblichen Computers wur­de in der Schwarzwald-Gemeinde Altensteig ersonnen. Professor Hartmut Esslinger entwickelte dort unter anderem das optische Erscheinungsbild des Apple IIc (1983) und des Macintosh SE (1987).

Esslinger wurde 1944 im Simmersfelder Ortsteil Beuren geboren. 1969 gründete er im nahe gelegenen Altensteig das Designstudio „Esslinger Design“ und taufte es 1982 in „Frog Design“ um. Das englische Frog heißt übersetzt Frosch. Tatsächlich aber sollen die Buchstaben Frog für „Federal Republic of Germany“ stehen.

Esslinger galt als Design-Revolutionär. Sein Ruf reichte bis nach Kalifornien, wo ein ebenso revolutionärer Computer-Enthusiast namens Steve Jobs unter dem Symbol eines angebissenen Apfels angetreten war, die digitale Welt grundlegend auf den Kopf zu stellen. Marc Esslinger (Jahrgang 1971), Sohn des Designers, veröffentlichte im Jahr 2007 auf dem Online-Portal „fudder.de“ sowie via „fontblog.de“ einige Episoden über die Zusammenarbeit des Vaters mit dem Apple-Gründer, der am 5. Oktober 2011 seinem Krebsleiden erlag.

Das Altensteiger Unternehmen habe „den Emporkömmling aus dem Silicon Valley“ in Sachen Produkt­strategie und Design beraten, erinnert sich der damals elfjährige Marc Esslinger: „Unten im Haus saß Steve Jobs noch spät abends mit meinem Dad über Handskizzen und Styropormodellen, die Beatles spielten Revolution aus einer Yamaha Stereo-Anlage.“

Indes sind die Erinnerungen von Esslinger Junior an Jobs nach eigenen Angaben sehr vage, da ihn damals seine E-Gitarre und Spiele wie Choplifter auf dem „Apple II“ mehr interessierten „als der Geschäftspartner meines Dads“. Im Gedächtnis haften blieb das: Steve Jobs sei für Spätzle nicht zu begeistern gewesen. Und weiter: Der Inhaber der kleinen Schwarzwaldpension, in der Steve Jobs nächtigte, sei mächtig in Rage geraten, weil er Zweifel hatte, ob „der Ami seine Telefonrechnung wohl bezahlen könne. Und wer dafür aufkomme, sollte dies nicht der Fall sein.“

Laut Esslinger hat der Apple-Chef von Altensteig aus stundenlang Telefongespräche mit Cupertino (eine Stadt im kalifornischen Silicon Valley, d. Red.) geführt. „Das erschien dem Gastronom suspekt“. Ebenso wie die Garderobe des Apple-Gründers: Die ansonsten in der Pension übernachtenden Geschäftskunden „trugen im Gegensatz zu Jobs nicht Jeans und T-Shirt“.

Was aus Apple wurde, ist hinlänglich bekannt. Wie aber entwickelten sich Frog Design und Hartmut Esslinger? Das Unternehmen ist heute weltweit für Produktdesign, Digitale Medien, Software, Branding und Geschäftsstrategien tätig und beschäftigt 500 Mitarbeiter. Neben dem Hauptsitz im kalifornischen Silicon Valley unterhält Frog Design Studios in San Francisco, San Jose, Austin, New York, Seattle, Washington, Mailand und Shanghai.

Der Unternehmensgründer und Porsche-Fahrer Hartmut Esslinger lebt in den USA. 2006 verkaufte er seine letzten Firmenanteile, schied aus der Geschäftsführung aus und übernahm eine Professur für Industrial Design an der Universität für angewandte Kunst Wien. 1992 war er Gründungsmitglied der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Seiner ehemaligen Firma Frog Design ist er indes noch immer als externer Berater verbunden.

 

www.frogdesign.com