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02.11.2008

Liebestoll

Das mit dem rohen Fisch finden wir gut, liebe Japaner. Sehr gut sogar. Eure Comics, diese Mangas, sind schon ein bisschen weniger toll. Und dass man nicht alles nachmachen muss, was bei euch so passiert, wussten wir zum Glück schon, bevor uns die Geschichte von Taichi Takashita erreichte.

Eigentlich ist es ja ein Märchen: Es war einmal ein Japaner, der sich für nichts anderes als Manga-Geschichten im Internet interessierte. Und so begab es sich, dass Taichi sich in das Manga-Mädchen Mikuru Asahina (Foto) verliebte. Mikuru wusste nichts von ihrem Glück, aber das war dem liebestollen Taichi egal. Er wollte sie unbedingt heiraten. Doch die böse japanische Regierung erlaubte das nicht. Taichi grämte sich sehr, ersann aber rasch einen Plan. In den Weiten des Internets wollte er eine Million Unterschriften für eine Eingabe an die Regierung sammeln. Die bösen Politiker würden dann bestimmt erzittern vor Furcht und Taichis Ehe mit Mikuru erlauben.

Mehr als 1000 Unterstützer hat er schon. Und man darf gespannt sein, ob sich tatsächlich eine Million Wahnsinnige finden, die ihren guten Namen dafür hergeben, dass ein Mensch eine zweidimensionale Fantasie-Figur heiraten darf. Politisch scheint alles möglich – immerhin ist auch Japans Premier Taro Aso ausgewiesener Manga-Fan. Wir hören schon virtuelle Glocken läuten.