nach oben
Was hilft gegen den Fachkräftemangel? Unternehmen können ihre Auszubildenden schon während der Ausbildung zum Fachwirt IHK weiterbilden – in Überschallgeschwindigkeit. Mit MACH2, dem neuen IHK-Programm. Foto: auremar - Fotolia.com
Was hilft gegen den Fachkräftemangel? Unternehmen können ihre Auszubildenden schon während der Ausbildung zum Fachwirt IHK weiterbilden – in Überschallgeschwindigkeit. Mit MACH2, dem neuen IHK-Programm. Foto: auremar - Fotolia.com © auremar - Fotolia.com
14.12.2011

MACH2 – Karriere in Überschallgeschwindigkeit

Die IHK Nordschwarzwald plant erstmalig ein Konzept für die Qualifizierung von Fachkräften, in dem Berufsausbildung und Aufstiegsweiterbildung kombiniert werden.

Die zunehmende Konkurrenz eines Hochschulstudiums gegenüber der dualen Ausbildung, rückläufige Schülerzahlen und fehlende Ausbildungsreife stellen Unternehmen vor die Herausforderung, sich durch gut ausgebildete Fachkräfte die Grundlage für eine aussichtsreiche Geschäftstätigkeit zu sichern. Die betriebliche Ausbildung ist eine Möglichkeit, diesen Entwicklungen entgegenzuwirken und den Nachwuchs selbst auszubilden. Zudem nimmt die Mitarbeiterweiterbildung einen immer höheren Stellenwert in der Personalplanung ein.

Bisher sind Weiterbildung und Berufsausbildung strikt voneinander getrennt. Mit MACH2 wird die Möglichkeit geboten, eine Aufstiegsweiterbildung zum Fachwirt teilweise parallel zur Berufsausbildung zu absolvieren. Fachwirte sind Branchenspezialisten, die praktische Berufserfahrung und eine gezielte Weiterbildung haben. Dieses breit angelegte Wissen ermöglicht ihnen, qualifizierte Sachaufgaben zu erfüllen und Leitungs- und Führungsaufgaben der mittleren Ebene zu übernehmen.

Wie funktioniert MACH2?

Das ausbildende Unternehmen stellt einen Auszubildenden ein und bietet diesem die Möglichkeit, eine Weiterbildung zum Fachwirt zu absolvieren. Sie schließen einen ganz normalen Berufsausbildungsvertrag. Möglicherweise kann die Ausbildungszeit aufgrund schulischer Vorbildung auf zweieinhalb oder zwei Jahre verkürzt werden. Während der Ausbildungszeit besucht der Auszubildende regulär die Berufsschule und absolviert die Ausbildung im Betrieb. Frühestens sechs Monate vor Ausbildungs­ende kann das Unternehmen einen Arbeitsvertrag für die Zeit nach der Ausbildung mit dem Auszubildenden abschließen. Etwa vier bis sechs Monate vor der Abschlussprüfung der Berufsausbildung beginnen die Lehrveranstaltungen der Aufstiegsweiterbildung. Nach Abschluss der Ausbildung ist der ehe­malige Auszubildende weiter im Unternehmen beschäftigt und besucht abends und teilweise samstags die Lehrveranstaltungen zum Fachwirt. Frühestens ein Jahr nach Ausbildungsende kann der Arbeitnehmer die Prüfung der Weiterbildung ablegen.

Welche Lehrgänge können absolviert werden?

Angeboten werden die Lehrgänge zum Industriefachwirt, zum Handelsfachwirt und zum Wirtschaftsfachwirt.

Welche Vorteile hat MACH 2 für Unternehmen?

Die Berufsausbildung in Kombi­nation mit der Weiterbildung er­möglicht die Qualifikation künftiger Führungskräfte mit Praxisbezug im eigenen Unternehmen. Somit ist eine längerfristige Personalplanung möglich.

Die Bindung der Nachwuchskraft an das Unternehmen wird stärker.

Die erhöhten Anforderungen zie­len auf engagierte Jugendliche, die Bewerbung des Konzepts bringt somit mehr qualifizierte Bewerber.

Daraus resultiert eine höhere Motivation der Auszubildenden.

Welche Vorteile haben Auszubildende?

Die Ausbildungszeit wird verkürzt, wenn entsprechende Vorkenntnisse vorhanden sind.

In nur drei bis vier Jahren wer­den zwei anerkannte Qualifikationen erlangt: der Berufsabschluss zum Kaufmann / zur Kauffrau und der Weiterbildungsabschluss Fachwirt (IHK).

Das Unternehmen übernimmt die Kosten für die Weiterbildung.

Nach der Weiterbildung zum Fachwirt stehen auch noch weitere Qualifizierungsmöglichkei­ten zur Verfügung, z.B. die Weiterbildung zum Betriebswirt oder ein Hochschulstudium.