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Nach einem für ein fünfjähriges Kindergartenkind tödlichen Felsabbruch nahe dem unterfränkischen Großostheim (Landkreis Aschaffenburg) hat eine Geologin die Steilwand überprüft. Das Mädchen war am Donnerstag beim Spielen während der sogenannten Waldwoche des Kindergartens von dem herabstürzenden Felsbrocken getroffen worden und kurze Zeit später in einem Krankenhaus gestorben.
Nach einem für ein fünfjähriges Kindergartenkind tödlichen Felsabbruch nahe dem unterfränkischen Großostheim (Landkreis Aschaffenburg) hat eine Geologin die Steilwand überprüft. Das Mädchen war am Donnerstag beim Spielen während der sogenannten Waldwoche des Kindergartens von dem herabstürzenden Felsbrocken getroffen worden und kurze Zeit später in einem Krankenhaus gestorben. © dpa
11.05.2012

Mädchen von Lehmbrocken erschlagen: Kind wird obduziert

Ein tragischer Unglücksfall erschüttert die unterfränkische Gemeinde Großostheim: Nachdem am Donnerstag ein fünfjähriges Mädchen von herabstürzenden Lehmbrocken tödlich verletzt wurde, hat nun die Suche nach der Unfallursache begonnen. «Es ist ein unnatürlicher Todesfall, deshalb hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen», sagte Polizeisprecher Michael Zimmer am Freitag in Großostheim nahe Aschaffenburg.

Die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg ordnete eine Obduktion des Kindes an. Die Untersuchung am Montag soll Aufschluss über den genauen Unglückshergang geben.

Bereits am Donnerstag begutachtete eine Geologin die Steilwand. «Das Ergebnis liegt noch nicht vor und es wird auch noch einige Zeit dauern», sagte Zimmer. Oberhalb der Steilwand wachsen mehrere Bäume und Büsche. Für das Gutachten werde deshalb insbesondere geprüft, inwiefern Wurzeln und Wasser das Abrutschen des Lehmbrockens verursacht haben könnten.

Das Mädchen hatte sich während der sogenannten Waldwoche des Kindergartens gemeinsam mit 13 anderen Kindern am Donnerstag in der Nähe der Wand aufgehalten, als sich die Brocken lösten. Die Fünfjährige wurde von dem steinharten Lehm getroffen und starb wenig später im Krankenhaus. Der etwa zwei mal zwei Meter große Lehmbrocken hatte sich an einer fast senkrechten, bis zu acht Meter hohen Lehmwand gelöst. Andere Kinder wurden nach Polizeiangaben nicht verletzt.

Der dritte Bürgermeister der Gemeinde, Kurt Geiß, sprach den Eltern sein tiefes Mitgefühl aus. «Es ist ein tragisches Unglück, das wir zutiefst bedauern», sagte er. Der Wanderweg sei bereits weiträumig gesperrt worden. «Sowas ist noch nie passiert.» Das Unglück sei bereits der bayerischen Unfallversicherungsstelle gemeldet worden.

In der Region gibt es mehrere Hohlwege mit Steilwänden. «Ein derartiges Steilwandversagen haben wir bisher noch nicht zu verzeichnen gehabt», bestätigte Alexander Schaad von der Gemeinde. Die Wege würden einmal im Jahr begangen und auf Gefahren hin überprüft. Der Unglücksweg sei erst im April dieses Jahres abgelaufen worden. «Wir hatten im Vorfeld keinerlei Erkenntnisse, dass von dieser Wand eine besondere Gefahr ausgeht.» Ob es ein strafrechtliches Verfahren geben wird, werde die Staatsanwaltschaft nach Abschluss der Ermittlungen entscheiden, sagte Polizeisprecher Zimmer.

Der Kindergarten hatte am Freitag wie gewohnt geöffnet. «Es ist wichtig, den Kindern jetzt soviel Normalität wie möglich zu geben», begründete dies der evangelische Notfallseelsorger Peter Karl Kolb. Die Eltern des fünfjährigen Mädchens, die Erzieher und die Kinder der Kindertagesstätte wurden von mehreren Seelsorgern betreut. Die beiden Erzieherinnen, die das Unglück miterlebt und das schwer verletzte Mädchen betreut hatten, seien beurlaubt worden.

Ein für Freitag geplantes Fest zum Muttertag ist in Absprache mit den Elternsprechern abgesagt worden. Für die kommende Woche habe die Kita einen Elternabend geplant. Der dritte Bürgermeister kündigte zudem an, dass es einen Trauergottesdienst geben werde. dpa