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Ein junger Staatsanwalt wurde bei einer Verhandlung in Dachau von mehrere Schüssen aus einer Pistole getroffen und dabei getötet.
Ein junger Staatsanwalt wurde bei einer Verhandlung in Dachau von mehrere Schüssen aus einer Pistole getroffen und dabei getötet. © dpa
11.01.2012

Mann erschießt Staatsanwalt in Gerichtssaal

Dachau. Schreckliche Bluttat in einem Gerichtssaal in Dachau: Während eines Prozesses zieht ein Angeklagter plötzlich eine Waffe und schießt wild um sich. Erst zielt er auf den Richter, danach streckt er den jungen Staatsanwalt mit drei Schüssen nieder. Der 31-Jährige stirbt.

Ein Mann hat am Mittwochnachmittag während eines Prozesses am Amtsgericht Dachau einen Staatsanwalt erschossen. Dies teilte das Justizministerium in München mit. Zuvor hatte der Angeklagte nach Polizeiangaben auch auf den Richter geschossen.Der Täter konnte von Justizbeamten überwältigt werden.

Nach ersten Ermittlungen des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord in Ingolstadt zog der 54-Jährige während der mündlichen Verhandlung am Amtsgericht gegen 16.00 Uhr plötzlich eine Waffe. Er schoss damit wild um sich. Zunächst zielte er auf den Richter, danach streckte er mit drei Schüssen den 31 Jahre alten Staatsanwalt nieder. Das Opfer stammte nach Polizeiangaben aus München. Der Täter ist aus Dachau. Der Bayerische Rundfunk (BR) berichtete, dass ein Notarzt sich noch um das Leben des Anklagevertreters bemühte. Der Jurist sei mit schweren Schussverletzungen ins Krankenhaus gekommen und dort gestoben. Nach ersten Ministeriumsangaben soll es bei der Verhandlung um Unterhaltsansprüche gegangen sein. Nach Polizeiangaben dagegen ging es bei der Verhandlung um Veruntreung von Arbeitsentgelt.

Zunächst war völlig unklar, wie der Angeklagte unbemerkt die Waffe in den Gerichtssaal mitbringen konnte. Offensichtlich gab es in dem Gebäude keine Personenkontrollen, obwohl die Sicherheitsvorkehrungen nach mehreren Anschlägen auf Richter und Staatsanwälte in den vergangenen Jahren verschärft wurden. Auch der Verteidiger des Angeklagten konnte die Tat nicht verhindern. Die Behörden wollten noch am Abend auf einer Pressekonferenz über Einzelheiten des Tatablaufs unterrichten. dpa

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