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© Symbolbild: dpa
19.04.2012

Mann nach Angriff von schwarzem Schaf erheblich verletzt

Kempten/Augsburg. Ein schwarzes Schaf hat in Bayern seinem namen alle Ehre gemacht. Nun wurde der Fall sogar vor Gericht verhandelt. Das Oberlandesgericht München hat sich in zweiter Instanz mit der Schadenersatzklage eines Mannes beschäftigt, der vor zweieinhalb Jahren in Marktoberdorf im Ostallgäu von einem schwarzen Schaf angerempelt und verletzt wurde.

Das Tier flüchtete danach zurück in seine Herde aus drei schwarzen und fünf weißen Schafen. Sie gehörten zwei verschiedenen Besitzern und es konnte nicht mehr geklärt werden, welches schwarze Schaf der Übeltäter war. Laut Gericht ist das aber auch egal: Der Geschädigte kann beide Halter in Anspruch nehmen, entschieden die Richter nach Angaben vom Donnerstag.

Die Schaf-Attacke ereignete sich bereits am 20. September 2009. Dabei wurde der Mann erheblich verletzt, mehrfach musste er ärztlich behandelt werden. Seine Krankenkasse forderte die Arztkosten von dem Halter des angriffslustigen Schafs zurück - mindestens 13.000 Euro nebst Zinsen. Dazu kamen später außergerichtliche Anwaltskosten in Höhe von 900 Euro. Das Landgericht Kempten gab der Krankenkasse Recht. Tierhalter müssen auch dann für Schäden haften, wenn nicht mehr zu klären sei, wem das Tier letztlich gehörte.

Der Schaf-Halter ging in Berufung, doch er verlor vor dem Oberlandesgericht. Beide Besitzer hätten ihre Schafe in einem gemeinsamen Pferch untergebracht, der nicht ständig überwacht wurde. «Sie haben daher gemeinsam eine (...) Gefahrenlage geschaffen», urteilten die Richter des in Augsburg ansässigen Zivilsenats - und müssten daher auch gemeinsam für den Schaden aufkommen. Wer nun welchen Anteil übernimmt, müssen sie untereinander regeln. Die Richter haben wegen der grundsätzlichen Bedeutung der haftungsrechtlichen Problematik die Revision zum Bundesgerichtshof zugelassen.

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