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Manche Menschen haben einen Vogel. Mario Ludwig hat seinen nur fürs Foto ausgeliehen. Privat hält er sich Katzen. Und beruflich hat er es mit den kuriosesten Tieren der Welt zu tun. Darüber berichtet der Biologe und Autor am 14. November im PZ-Forum. © Privat
25.10.2012

Mario Ludwig und der ganz normale tierische Wahnsinn im PZ-Forum

„Ludwig vereint komödiantisches Talent mit einer äußerst sympathischen Ausstrahlung und bestechender Eloquenz“, schrieb einst das „Badische Tagblatt“ über Mario Ludwig. Aha. Wie kann ein Biologe mit einem Doktor-Titel witzig und eloquent sein? Sind das nicht die einsamen Rettet-die-Welt-Typen, die im Urwald zählen, wie oft sie ungeschützt in einer Stunde von Moskitos gestochen werden, und die im frisch gefallenen Elefantendung wühlen, um Darmparasiten in Reagenzgläser einzusperren? Aber Mario Ludwig ist in der Tat ein Biologe, der so umwerfend kurios ist wie der ganz normale animalische Wahnsinn im Tierreich auch.

Und wie eloquent er ist, beweist der Karlsruher am Mittwoch, 14. November, um 19 Uhr im PZ-Forum der „Pforzheimer Zeitung“. „Dr. Ludwigs animalische Welt – SaTIERisches“ heißt das Tiergeschichten-Panoptikum, veranstaltet von PZ und SWR4 Badenradio.

Bildergalerie: Biologe, Autor und Radio-Tierexperte Mario Ludwig im PZ-Forum

Dass Ludwig nicht nur nett plaudert, sondern ganz ungeniert und ganz direkt tierisch zur Sache geht, durfte schon Bundesministerin Ursula von der Leyen erfahren. Mit ihr diskutierte er im Fernsehen über Gruppensex bei Bonobos. Das sind jene Schimpansen, die uns Menschen so nahe stehen, dass der Homo Sapiens die Geschäftsidee für das angeblich älteste Gewerbe der Welt von den Bonobos kopiert haben könnte.

Rapper Bushido zeigte Ludwig, was dieser mit einem Delfin gemeinsam hat. Inzwischen ist der einstige Rap-Rüpel fast so brav wie Flipper geworden. Dem nuschelnden Obermacho Til Schweiger erklärte der Biologe, warum ausgerechnet ein Borstenwurm das Lieblingstier aller Feministinnen sein müsste. Angeblich soll Schweiger sogar sein sonst so unbewegliches Gesicht zu einem Lächeln verzogen haben.

Mangels solcher Stars wird sich Mario Ludwig im PZ-Forum mit zwei Sidekicks begnügen müssen. Was Dr. Watson für Sherlock Holmes und Herbert Feuerstein für Harald Schmidt gewesen ist, sind dann Johannes Stier (SWR4 Badenradio) und Thomas Kurtz (Pforzheimer Zeitung) für Ludwig. Der ist übrigens kein Indiana Jones, der sich mit der Machete den Weg durchs Dickicht schlägt und dann auf dem Tiger von Eschnapur reitet. Er ist auch kein professoraler, enzyklopädischer Tieronkel wie Bernhard Grzimek oder Heinz Sielmann, sondern einfach nur ein – scheinbar – ganz normaler Typ aus der Nachbarschaft. Mit dem Unterschied eben, dass Ludwig ungleich witziger ist als die meisten Nachbarn.

Vor allem weiß er so ziemlich alles. Zum Beispiel, warum Pandas im Handstand pinkeln, englische Igel ein Alkoholproblem haben und Vampirfledermäuse Blut spenden. Und wer wissen will, was es mit Vulkanbrütern, Beischlafbetrügern und Rückwärtsfliegern auf sich hat, der findet die Antwort entweder in einem seiner rund 20 Bücher oder am 14. November im PZ-Forum.

Das ganze Jahr ist Ludwig auf SWR4 Badenradio mit seiner Sendung „Wundersame Heimat – Natur- und Tiergeschichten mit Diplom-Biologe Mario Ludwig“ zu hören. Jetzt bekommt die Stimme aus dem Radio im PZ-Forum ein Gesicht. Mal sehen, was er sonst noch so mitgebracht hat. Seine beiden Stichwortgeber Stier und Kurtz machen sich jedenfalls schon einmal auf alles gefasst.

Eintrittskarten

Karten für den animalischen Abend gibt es ab Montag, 29. Oktober, bei der PZ telefonisch unter (07231) 933-125. Der Preis von 2 Euro pro Ticket geht als Spende an den Förderverein Wildpark Pforzheim.