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Eine Fliegerbombe ist in der Nacht zum 21.12.2016 in Augsburg (Bayern) an einer Bausstelle mit einem Zelt abgedeckt. Bei Erdarbeiten wurde dort die rund 3,8 Tonnen schwere britische Fliegerbombe gefunden. Zur geplanten Entschärfung der Bombe am ersten Weihnachtsfeiertag müssen rund 50.000 Menschen in der Augsburger Innenstadt evakuiert werden.
Eine Fliegerbombe ist in der Nacht zum 21.12.2016 in Augsburg (Bayern) an einer Bausstelle mit einem Zelt abgedeckt. Bei Erdarbeiten wurde dort die rund 3,8 Tonnen schwere britische Fliegerbombe gefunden. Zur geplanten Entschärfung der Bombe am ersten Weihnachtsfeiertag müssen rund 50.000 Menschen in der Augsburger Innenstadt evakuiert werden. © Stadt Augsburg/dpa
22.12.2016

Mega-Evakuierung nach Bombenfund - 54 000 Augsburger betroffen

Augsburg (dpa) - Ausgerechnet an Weihnachten bereitet sich die Stadt Augsburg für eine Bombenentschärfung auf die bundesweit größte Evakuierung seit dem Zweiten Weltkrieg vor. Am ersten Weihnachtsfeiertag müssen dafür etwa 54 000 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Allein die Polizei werde mit etwa 800 Beamten im Einsatz sein, um die betroffenen 32 000 Haushalte zu kontrollieren, sagte Polizeisprecher Siegfried Hartmann am Donnerstag. «Wir müssen alle Straßen abgehen und an den Wohnungen klingeln.» Nach Angaben der Augsburger Behörden hat es eine ähnlich große Evakuierung noch nie in der Bundesrepublik gegeben.

Die bislang größte Evakuierungsaktion in Deutschland wegen einer Fliegerbombe fand im Jahr 2011 in Koblenz statt, dort waren 45 000 Bewohner betroffen. Eine weitere große Aktion gab es im Jahr 2015 in Köln. Damals wurden 20 000 Menschen in Sicherheit gebracht, um einen Blindgänger zu entschärfen. Bei Bauarbeiten ist nun in Augsburg eine 3,8 Tonnen schwere britische Fliegerbombe entdeckt worden. Es ist der größte Blindgänger, der jemals in Augsburg gefunden wurde.

Dass die Entschärfung ausgerechnet am ersten Weihnachtstag erfolgen soll, hat mehrere Gründe. Zum einen erfordere der relativ hohe Organisationsaufwand der Evakuierung einige Tage Vorlauf. Zum anderen wäre die Evakuierung an einem Werktag ungleich schwieriger, da auch Arbeits- und Geschäftsbetrieb beeinträchtigt wären. An einem Feiertag gibt es zudem weniger Verkehr. Es wurde deshalb der erste mögliche Sonn- oder Feiertag genommen, wie die Stadt mitteilte.