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Ein Hund in Mexiko-Stadt auf den Trümmern eins eingestürzten Gebäudes. Foto: Marco Ugarte
Ein Hund in Mexiko-Stadt auf den Trümmern eins eingestürzten Gebäudes. Foto: Marco Ugarte
09.09.2017

Mehr als 60 Tote bei Rekord-Erdbeben in Mexiko

Mexiko-Stadt (dpa) - Das Jahrhundert-Erdbeben in Mexiko hat Dutzende Menschen das Leben gekostet und Hunderte obdachlos gemacht.61 Menschen seien bei dem Beben der Stärke 8,2 getötet worden, sagte Präsident Enrique Peña Nieto am Freitag bei einem Besuch im Katastrophengebiet im Süden des Landes. Die Regierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. «Es war ein zerstörerisches Beben», sagte Peña Nieto.

In den Bundesstaaten Oaxaca, Chiapas und Tabasco im Süden des Landes stürzten zahlreiche Häuser ein. Die Rettungskräfte suchten den ganzen Tag in den Trümmern nach Verschütteten. «Meine Gebete gelten denen, die ihr Leben verloren haben und ihren Familien», sagte Papst Franziskus bei einer Messe in Kolumbien.

Die Streitkräfte verlegten rund 1800 Soldaten in die Katastrophenregion. Es wurden Sammelstellen für Lebensmittel und Kleiderspenden eröffnet. «Das Wichtigste ist die Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln. Außerdem müssen die Betroffenen medizinisch versorgt werden», sagte Präsident Peña Nieto bei einem Besuch in Juchitán.

Das Zentrum des Bebens lag im Pazifik, 137 Kilometer südwestlich von Tonalá im Bundesstaat Chiapas in 19 Kilometern Tiefe. Rund 50 Millionen Menschen spürten die heftigen Erdstöße, auch in der Hauptstadt Mexiko-Stadt. Zeitweise waren rund 1,5 Millionen Menschen ohne Strom. Im Zentrum der Hauptstadt schwankte sogar das Unabhängigkeitsdenkmal mit dem goldenen Engel auf der Spitze.

Es war das stärkste Beben in Mexiko seit 85 Jahren. Das letzte Mal hatte ein Beben 1932 in dem lateinamerikanischen Land die Stärke 8,2 erreicht. Selbst das schwere Erbeben 1985, bei dem rund 10 000 Menschen ums Leben kamen, war etwas schwächer.

«Mein Haus hat sich hin und her bewegt wie eine Hängematte und ich habe befürchtet, dass es zusammenbricht», sagte der 85-jährige Juan Martínez Ramos in San Cristóbal in Chiapas. «Ich hatte Angst, dass ich an einem Herzinfarkt sterben könnte.»

Am stärksten wurde die Stadt Juchitán im Bundesstaat Oaxaca getroffen. Allein dort kamen 36 Menschen ums Leben. Das Rathaus fiel vollkommen in sich zusammen. Ein Mann zog die mexikanische Flagge aus dem Schutt, knüpfte sie an eine Stange und pflanzte sie auf den Trümmerberg. Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong teilte das bewegende Video bei Twitter und schrieb dazu: «In den schwierigsten Momenten zeigen sich Mexiko und die Mexikaner von ihrer besten Seite.»

In elf Bundesstaaten fiel am Freitag die Schule aus. Experten untersuchten die Gebäude auf mögliche Schäden. Wegen der Tsunami-Gefahr wurden an den Küsten von Oaxaca und Chiapas rund 8000 Menschen in Notunterkünfte gebracht.

Mexiko befindet sich in einer der weltweit aktivsten Erdbebenzonen. Der Großteil der Landmasse liegt auf der sich westwärts bewegenden nordamerikanischen Erdplatte. Unter diese schiebt sich die langsam nach Nordosten wandernde Cocosplatte. Der Boden des Pazifischen Ozeans taucht so unter die mexikanische Landmasse ab. Das führt immer wieder zu Erschütterungen an der Südküste Mexikos.

Ein Hund in Mexiko-Stadt auf den Trümmern eins eingestürzten Gebäudes. Foto: Marco Ugarte

Marco Ugarte

Ein Auto unter den Trümmern einer eingestürzten Mauer in der Hauptstadt Mexikos. Foto: Marco Ugarte

Marco Ugarte

Ein Junge inspiziert in Tonala im mexikanischen Bundesstaat Chiapas die Trümmer einer bei dem Beben zerstörten Kirche. Foto: René De Jesús/NOTIMEX

René De Jesús

Zerstörte Häuser im Ort Juchitan. Foto: El Universal

El Universal

Mitglieder der mexikanischen Marine gehen in Matias Romero an einem teilweise zusammengestürzten Hotel vorbei. Foto: Felix Marquez

Felix Marquez