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Ein beschädigtes Auto auf der Flinders Street im australischen Melbourne. Foto: Joe Castro
Ein beschädigtes Auto auf der Flinders Street im australischen Melbourne. Foto: Joe Castro
21.12.2017

Melbourne: Mann rast absichtlich in Menschenmenge

Sydney (dpa) - In der australischen Großstadt Melbourne ist ein Autofahrer mitten im abendlichen Berufsverkehr in eine Menschenmenge gerast und hat 19 Passanten verletzt, einige von ihnen schwer.Der Mann hat nach Polizeiangaben keine Verbindung zum Terrorismus. Bei dem 32-Jährigen handele es sich um einen australischen Staatsbürger afghanischer Herkunft, der den Sicherheitsbehörden nicht als Terrorverdächtiger bekannt sei, sagte der geschäftsführende Polizeichef Shane Patton am Donnerstagabend Reportern. Es gebe aber Hinweise auf Drogenkonsum und psychische Probleme.

Der 32-Jährige war am Donnerstagnachmittag in der Innenstadt mitten im Berufsverkehr und Weihnachtsrummel in eine Menschenmenge gerast - absichtlich, wie die Polizei im Einklang mit Berichten von Augenzeugen sagte. Er und ein zweiter Mann wurden noch vor Ort festgenommen. Von dem zweiten Festgenommenen hieß es nun, dieser habe wohl nichts mit der Tat zu tun.

19 Verletzte werden im Krankenhaus behandelt, wie der Regierungschef des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, sagte. Zuvor war von sieben Menschen in Kliniken die Rede gewesen. Andrews sprach von einem «bösen, absichtlichen, feigen Akt».

Der Verdächtige habe in jüngerer Zeit mehrfach wegen Verkehrsvergehen mit der Polizei zu tun gehabt, sagten Polizeisprecher. Auch sei ein kleinerer Überfall aus dem Jahr 2010 bekannt.

Der Vorfall ähnelt einem anderen vom Januar, als ein Fahrer am selben Ort zu einer Fahrt ansetzte und dort sowie in einer Fußgängerzone in Passanten raste. Sechs Menschen wurden getötet, 30 verletzt. Dem Fahrer wird sechsfacher Mord vorgeworfen. Der Vorfall vom Januar wird nicht als Terrorakt behandelt.