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Sie stehlen Dachrinnen und Zäune, auch vor Kreuzen auf Friedhöfen machen sie nicht halt - doch besonders viele Probleme bereiten Metalldiebe derzeit der Bahn. In der Nacht legten sie für acht Stunden die Hauptstrecke zwischen Hannover und Hamburg lahm.
Sie stehlen Dachrinnen und Zäune, auch vor Kreuzen auf Friedhöfen machen sie nicht halt - doch besonders viele Probleme bereiten Metalldiebe derzeit der Bahn. In der Nacht legten sie für acht Stunden die Hauptstrecke zwischen Hannover und Hamburg lahm. © dpa
27.06.2012

Metalldiebe legen Bahnlinie stundenlang lahm

Erneut haben Metalldiebe eine Bahnstrecke in Niedersachsen stundenlang lahmgelegt. Die Hauptverbindung Hannover-Hamburg musste in der Nacht zum Mittwoch gesperrt werden, weil Diebe zahlreiche Kabel unter anderem an Strommasten demontierten. Fern- und Güterzüge mussten nach Angaben der Deutschen Bahn rund acht Stunden lang umgeleitet werden. Viele Nahverkehrszüge fielen aus.

Nach Ermittlungen der Bundespolizei hatten die Täter im Bereich Isernhagen in der Region Hannover auf einem rund zwei Kilometer langen Abschnitt etwa 80 Kabel demontiert. Vorwiegend wurden Erdungskabel von Strommasten und Signalanlagen gestohlen, aber auch sogenannte Schienen- und Gleisverbinder.

Entdeckt wurde der Diebstahl am Dienstagabend gegen 20 Uhr von Mitarbeitern der Bahn während einer routinemäßigen Streckenbegehung. Für die Reparaturarbeiten musste die Bahnstrecke in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt werden, auch der Strom wurde abgestellt. Die Sperrung dauerte bis 4 Uhr am Mittwochmorgen. Betroffen waren nach Angaben der Bundespolizei mehr als 100 Züge. Alleine in diesem Monat mussten nach ähnlichen Diebstählen an Bahnstrecken in Niedersachsen auch die Strecken Hannover -Berlin und Hildesheim-Braunschweig vorübergehend gesperrt werden.

Die Bundespolizei hat bisher keine Hinweise auf die Täter, sie hofft nun auf Tipps von möglichen Zeugen. Dazu schaltete die Polizei auch eine kostenfreie Hotline (08006888000).

Zuletzt hatte die Deutsche Bahn in Berlin angekündigt, dass sie im Kampf gegen die Metalldiebe künftig mit Schrotthändlern zusammenarbeiten will. Die Bahn markiert inzwischen einige Metallteile mit künstlicher DNA - so soll das potenzielle Diebesgut identifizierbar bleiben. Nachgedacht wird bei der Bahn nun darüber, dass Schrotthändler künftig verdächtiges Material, das ihnen angeboten wird, mit Hilfe spezieller Geräte auf diesen unsichtbaren Eigentumscode der Bahn untersuchen. dpa

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