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Der Tiefkühlhersteller Wagner nimmt neun Millionen Pizzen aus dem Verkauf. Im Teig wurden Metallteilchen gefunden.
Der Tiefkühlhersteller Wagner nimmt neun Millionen Pizzen aus dem Verkauf. Im Teig wurden Metallteilchen gefunden. © dpa
11.12.2012

Metallteilchen im Teig: Wagner ruft neun Millionen Pizzen zurück

Nonnweiler. Für den Pizzafreund war es ein schmerzhaftes Vergnügen: Wegen eines kleinen Stahlstifts auf seiner Pizza brach er sich ein Stück Zahn ab. Der Tiefkühlhersteller Wagner nimmt nun Millionen Pizzen aus den Tiefkühlregalen.

Wagner ruft vorsorglich rund neun Millionen Pizzen zurück, weil kleine Metallteile im Pizzateig gefunden wurden. Ein Kunde hatte auf einen etwa zwei Zentimeter großen Edelstahlstift gebissen und sich ein Stück Zahn abgebrochen, wie ein Unternehmenssprecher am Dienstag in Nonnweiler (Saarland) sagte. Daraufhin habe das Unternehmen die Rückrufaktion gestartet. Betroffen seien alle Produkte der Linien «Die Backfrische» und «Big Pizza» mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum bis einschließlich November 2013 sowie einzelne Produkte, die im Ausland vertrieben werden.

Bei dem Fremdkörper handelte es sich laut Wagner um ein Bauteil aus einer Mehltransportmaschine. Während der Produktion habe sich das Teil gelöst und sei mit dem Mehl in den Teig gelangt. Noch ein weiterer Kunde habe ein Metallteil entdeckt.

Auch bei der verdächtigen Wagner-Pizza warnen Verbraucherschützer vor Gesundheitsrisiken. «Neben den Zähnen könnten Metallteile auch den Magen-Darm-Trakt oder die Speiseröhre verletzen», sagte Barbara Schroeter von der saarländischen Verbraucherzentrale. Das Unternehmen müsse jetzt schnell und umfassend erklären, wie die Teile in die Pizza gelangen konnten und was sie jetzt dagegen unternehmen wollen.

Laut Wagner ist der Defekt an der Maschine bereits behoben. «Unsere Produktqualität ist uns sehr wichtig. Deshalb haben wir uns schnell entschieden, die Pizzen vorsorglich zurückzurufen», sagte der Sprecher der Nestlé-Tochter. Dem Unternehmen zufolge sind die Produkte seit Juni diesen Jahres im Handel. Betroffene Kunden bekämen ihr Geld zurück, wenn Sie ihre Pizza in den Handel zurückgäben oder das ausgeschnittene Mindesthaltbarkeitsdatum per Post an das Unternehmen schickten.

Ähnliche Fälle kommen in der Branche häufiger vor, allerdings wird nur selten das Ausmaß bekannt. Im September hatte die Supermarktkette Kaufland Bierschinken zurückgerufen, weil Glassplitter in den Schinken gelangt waren. Bei Edeka waren im Februar Metallteile in der Fleischwurst entdeckt worden. Zwei Jahre zuvor hatten winzige Metallteile dafür gesorgt, dass der Konzern Unilever rund 100 000 Packungen «BiFi»-Würstchen zurückrufen musste. Noch dicker kam es im gleichen Jahr für das US-Lebensmittelunternehmen Kellogg's: Weil die Plastikfolie im Karton derart ausdünstete, dass Kunden übel wurde, rief der Konzern in den USA 28 Millionen Packungen mit Frühstücksflocken zurück.

Der Tiefkühlhersteller aus Nonnweiler ist eine hundertprozentige Tochter des französischen Lebensmittelkonzerns Nestlé. Nach eigenen Angaben produziert das Unternehmen etwa 280 Millionen Tiefkühlpizzen im Jahr.