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Meuterei auf einem Segelschiff? Was nach Uropas Jugend klingt, ist anscheinend Realität im 21. Jahrhundert. Zumindest auf dem Segelschulschiff "Gorch Fock" soll es eine Meuterei gegeben haben. © dpa
19.01.2011

Meuterei auf der "Gorch Fock" nach Tod von Soldatin?

FLENSBURG. Nach dem Tod einer Offiziersanwärterin auf dem Segelschulschiff «Gorch Fock» im vergangenen November geht die Marine einem Verdacht der «Meuterei» nach. Es seien von Amts wegen Ermittlungen aufgenommen worden, bestätigte ein Sprecher des Wehrbeauftragten des Bundestages in Berlin. Es seien Eingaben von Besatzungsmitgliedern gemacht worden, aus denen hervorgehe, dass «etwas im Argen» liege, sagte Sprecher Sebastian Hille.

Bildergalerie: Meuterei auf dem Marine-Segelschulschiff "Gorch Fock"? - 1

Vergangene Woche sei eine Delegation des Wehrbeauftragten zu ersten Gesprächen bei der Besatzung gewesen. Verteidigungsminister und -ausschuss seien informiert. Nach dpa-Informationen hat die Marine die Aufklärung der Vorgänge zugesagt und will ein eigenes Team an Bord schicken. Das legendäre Schiff hatte jüngst das Kap Hoorn umrundet.

Bildergalerie: Meuterei auf dem Marine-Segelschulschiff "Gorch Fock"? - 2

Von der angeblichen «Meuterei» berichten mehrere Medien unter Berufung auf den Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus. Demnach soll es an Bord ein Führungsversagen leitender Offiziere sowie einen Vertrauensverlust zwischen Stammmannschaft und Offiziersanwärtern nach dem Tod der Frau gegeben haben, die von einem Mast gefallen war.

Den Berichten zufolge wollten trauernde Offiziersanwärter nicht mehr in die Takelage des Schiffes klettern. Sie sollen trotzdem zum sogenannten Aufentern gedrängt worden sein, «was dem Freiwilligkeitsgebot zuwider läuft», schreibt die «Stuttgarter Zeitung». Daraufhin sollen Vorgesetzte ihnen angedroht haben, nicht mehr Offizier werden zu können. Vier Soldaten sollten «wegen Meuterei und Aufhetzen» abgelöst und nach Deutschland geflogen werden. Den Berichten zufolge soll es auch Fälle sexueller Belästigung an Bord gegeben haben. Laut «Spiegel Online» wurde die Ausbildung auf der «GorchFock» beendet, das Schiff setze seine Route nur mit der Stammbesetzung fort. dpa