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20.01.2016

Mindestens drei Tote nach Angriff auf Universität in Pakistan

Islamabad (dpa) - Bei dem Angriff mutmaßlicher islamistischer Extremisten auf eine Universität nahe der Stadt Peshawar in Pakistan ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Es handele sich um einen Chemieprofessor, sagte der örtliche Polizeichef, Saeed Wazir. Außerdem seien zwei der Angreifer getötet worden. «Drei weitere wurden umzingelt.» Der Sprecher des Militärs, Asim Bajwa, twitterte, die «Terroristen» seien in «zwei Gebäuden der Universität» eingeschlossen.

Ob es weitere Angreifer gab, wurde nicht unmittelbar klar. Ein Sprecher der Polizei, Rohullah Khan, hatte zuvor von «etwa einem halben Dutzend» bewaffneter Männer gesprochen. Die Provinz Khyber Pakhtunkhwa ist eine Hochburg islamistischer Taliban-Kämpfer.

Nach Angaben eines Angestellten im Krankenhaus der Stadt, Rashid Khan, wurden dort bisher acht Verletzte eingeliefert. Vier seien angeschossen worden. Drei seien in «kritischen Zustand» und würden nach Peshawar gebracht.

Der Angriff hatte gegen 9.30 Uhr (Ortszeit) begonnen. Kurz darauf trafen Einheiten des Militärs ein.

Fernsehbilder zeigten, wie Hunderte Studenten aus der Universität flohen. Der Vize-Kanzler der Universität, Fazl Rahim, berichtete Medien am Telefon, es seien etwa 3000 Studenten auf dem Gelände. «Bisher wurde keiner von ihnen verletzt oder als Geisel genommen.»

Im Dezember 2014 hatten Islamisten in einer Schule in Peshawar 136 Kinder umgebracht. Die Tat wurde zum nationalen Trauma und zum Ausgangspunkt einer neuen Strategie gegen einige der militanten Gruppen im Land, vor allem gegen die verschiedenen Talibangruppen.