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30.04.2014

Mindestens zehn Tote bei Explosionen in russischem Munitionslager

Moskau (dpa) - Bei einer schweren Explosionsserie in einem russischen Munitionsdepot sind in Sibirien mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Elf Mitarbeiter der Militäranlage in der Baikalregion erlitten schwere Verletzungen, als ein Waldbrand auf das Lager übergriff und Panzerminen sowie andere Sprengsätze zündete. Das teilte das Verteidigungsministerium in Moskau der Staatsagentur Itar-Tass zufolge am Mittwoch mit. Bei vier Verletzten bestehe Lebensgefahr.

Unter den zehn Toten waren Soldaten sowie zivile Beschäftigte des Militärstützpunktes, der rund 5000 Kilometer Luftlinie östlich von Moskau liegt. Auch vier Frauen waren unter den Opfern.

Staatsanwalt Denis Kurotschkin sagte Medien zufolge, dass er ein Strafverfahren wegen Vernachlässigung von Dienstpflichten eingeleitet habe. Insgesamt soll es etwa 20 schwere Explosionen gegeben haben in dem Lager mit Kriegsmunition und Sprengsätzen. Verteidigungsminister Sergej Schoigu entsandte eine Sonderkommission in die Region östlich des Baikalsees, um mögliche Verstöße gegen elementare Sicherheitsvorschriften untersuchen zu lassen.

In der Ortschaft Bolschaja Tura sowie anderen Dörfer, die zum Verwaltungsbezirk der Großstadt Tschita gehören, mussten etwa 2000 Menschen in Sicherheit gebracht werden, darunter auch 700 Kinder. Auch das Dach einer Schule wurde durch die Detonationsserie zerstört, wie die Behörden mitteilten. Der Brand in der waldreichen Gegend war demnach bereits am Dienstag (Ortszeit) ausgebrochen. Bei den bis zum Mittwoch dauernden Löscharbeiten waren unter anderem vier Flugzeuge und mehr als 700 Helfer im Einsatz.