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Die beste Multimedia-Software, die das Karlsbader Unternehmen bislang auf den Markt gebracht hat, ist laut Direktor Stefano Miotto „Nero 2014“. Foto: Doris Löffler
Die beste Multimedia-Software, die das Karlsbader Unternehmen bislang auf den Markt gebracht hat, ist laut Direktor Stefano Miotto „Nero 2014“. Foto: Doris Löffler © Doris Löffler
14.12.2011

Mit Multimediasoftware die Erfolgsgeschichte fortschreiben

Die Brenn-Software Nero ist Kult. Sie gilt weltweit als das „Schweizer Taschenmesser“ der Branche. Nun schickt sich das Unternehmen an, die digitale Erfolgsgeschichte fortzuschreiben. Im Oktober ist mit dem Paket Nero 2014 „die beste Multimediasoftware zum Verwalten, Erstellen, Konvertieren, Wiedergeben und Brennen von Filmen, Musik und Fotos“ auf den Markt gekommen, sagt Stefano Miotto. Er ist Direktor des technischen Services.

Und wo steht die Firmenzentrale des kultigen Marktführers? Nicht in Cupertino, auch nicht in Redmond, schon gar nicht in Bangalore. Zwar sollte man die Nummer eins der Brenn-Software an einem der renommierten Standorte im Dunstkreis von Apple, Microsoft oder zumindest in der indischen Programmierer-Metropole vermuten. Weit gefehlt. Die Nero AG hat ihren Hauptsitz sowie den weltweiten Service in Karlsbad-Langensteinbach, im Stöckmädle. Ein Gewerbegebiet, in dem auch Skytron – die Firma der Gesellschafter Kramski (Pforzheim) – residiert. Diese hat in jüngster Zeit als Betreiber des ersten großflächigen freien WLAN-Zugangs in der Goldstadt bundesweit für Aufsehen gesorgt.

Knapp 400 Beschäftigte zählt der urbadische Konzern, zu dem ausländische Tochtergesellschaften in Glendale, Kalifornien/USA, in Yokohama/Japan und in HangZhou/China gehören. Umsatz: rund 30 Millionen Euro. 1995 gründete Richard Lesser (heute Aufsichtsratschef) zunächst die Ahead Software GmbH. 2001 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. 2005 schließlich erhielt der Entwickler der weltweit bekannten Brenner-Software für CD und DVD sowie Blue-ray seinen heute noch gültigen Namen: Nero AG. Und wie richtig zu vermuten ist, erfolgte die Namensgebung in Anlehnung an den Tyrannen, der im Jahre 54 den Kaiserthron bestiegen hat und dem nachgesagt wird, er habe Rom niederbrennen lassen. Das ist ebenso wie die Herleitung des Firmennamens längst Geschichte.

Auch die euphorische Phase, in der Massen von Computer-Nutzern mithilfe des Nero-Programms ihre Daten auf die kleinen Silberscheiben gebrannt haben und in der das Karlsbader Unternehmen einzig mit diesem Produkt seine Gewinne einfuhr, sie gehört weitgehend der Vergangenheit an. Der Anteil des Segments Burning ROM macht bei den Karlsbadern heutzutage noch zehn Prozent aus.

In jüngster Zeit gab’s indes wieder einen leichten Aufwärtstrend, nicht nur aufgrund der Blue-ray-Disc. Warum, das erklärt Stefano Miotto: „Wegen der Überwachungs- und Spionageaffäre der NSA im Internet gehen einige Computeranwender wieder auf Nummer sicher und speichern ihre wichtigen Daten lieber auf Discs ab, um sie vor unbefugtem Zugriff zu schützen.“ Übrigens: Selbst international agierende Geheimdienste verwenden Miotto zufolge die Nero-Brennersoftware zur Sicherung ihrer Daten auf Silberlingen.

Bereits 2008 erfolgte in Karlsbad die Abkehr von der Ein-Produkt-Strategie. „Inzwischen sind wir auch Marktführer in der digitalen Medientechnik“, sagt der technische Direktor und weist auf einen Umsatzanteil dieser Sparte von rund 90 Prozent hin. Nero 2014 in der Version Platinum ist seiner Ansicht nach „mehr als nur die Summe all unserer Applikationen“.

Auszug aus dem Anwendungskatalog der neuen Software: Filme mit einem Mausklick aufs Fernsehgerät streamen und sie vom Sofa aus mit der Fernbedienung des TV-Geräts steuern; eine Slideshow mit Nero MediaHome an das TV-Gerät streamen, inklusive Designs, Effekten und Musik; Konvertieren und Transkodieren von Video- oder Audiodisk-Inhalten auf ein angeschlossenes Gerät oder virtuelles Laufwerk, einfach per Mausklick; Ultra HD (4K) – Videobearbeitung in Kinoqualität; Automatische Anpassung des Video- und Fotoclips an den Rhythmus eines ausgewählten Musiktitels; Mobilgeräteunterstützung für die neuesten iOS-, Android- und Windows-8-Smartphones und -Tablets; Wiedergabe von Blu-ray Discs und Blu-ray 3DTM; und nicht zuletzt freilich das Brennen von Disc auf so gut wie alle Formate. Das ist schließlich Kult bei Nero.

Mehr Informationen unter www.nero.com