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Rettungskräfte sind auf dem Weg zur Höhle, in der sich noch Mitglieder der Jugend-Fußball-Mannschaft befinden. Foto: Sakchai Lalit/AP
10.07.2018

Mit Video: Neunter Junge in Thailand gerettet

Mae Sai (dpa) - Mehr als zwei Wochen nach Beginn des Höhlen-Dramas in Thailand ist ein weiterer Junge gerettet worden. Die thailändische Marine bestätigte am Dienstag, dass er von Spezialtauchern in einer stundenlangen Aktion ins Freie gebracht wurde. Es ist das neunte gerettete Kind. Nach Medienberichten kam kurz darauf ein zehnter Junge draußen an. Dafür gab es zunächst offiziell aber noch keine Bestätigung.

Zeitgleich versuchten die Retter, auch noch die restlichen Spieler der Fußball-Jugendmannschaft - vermutlich zwei - und ihren Trainer herauszuholen. Bei einem Erfolg hätte das Drama nach 17 Tagen doch noch ein glückliches Ende gefunden.

Der neue und möglicherweise letzte Einsatz begann nach Angaben der Behörden um 10.08 Uhr Ortszeit (05.08 Uhr MESZ). Als Ziel gab Provinzgouverneur Narongsak Osottanakorn aus, bis zum Abend alle Eingeschlossenen herauszuholen.

Bei den ersten beiden Tauch-Aktionen waren am Sonntag und Montag acht Jungen gerettet worden. Ihnen geht es verhältnismäßig gut. Sie sollen aber noch mindestens eine Woche im Krankenhaus bleiben.

In der Region im Norden Thailands, an der Grenze zu Myanmar, gab es am Dienstag wieder heftige Regenfälle. Dann brannte plötzlich wieder die Sonne vom Himmel herab. Das Fußballteam vom Lokalverein «Wildschweine» war am 23. Juni bei einem Ausflug in die Tropfsteinhöhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non von den Wassermassen überrascht worden. Die tagelange Suche und jetzt auch die Rettung entwickelten sich zum Kampf gegen Wetter und Zeit.

In Südostasien ist gerade Monsun-Saison. Befürchtet wurde, dass durch den neuen Regen das Wasser in der Höhle so schnell steigt, dass die Hilfsaktion abgebrochen werden muss. Nach den ersten Erfolgen ist die Hoffnung auf ein glückliches Ende des Dramas groß. Allerdings gibt es auch Warnungen, so kurz vor dem Ziel nicht übermütig zu werden.

An dem neuen Rettungseinsatz - dem dritten mittlerweile - sind mindestens 19 Spezialtaucher begleitet, die meisten aus dem Ausland. Zudem müssen auch vier Retter wieder aus der Höhle geholt werden. Darunter ist ein australischer Mediziner, der ausharrte, um im Notfall Erste Hilfe leisten zu können. Unter den eingeschlossenen Kindern war auch noch der jüngste Spieler der Mannschaft. Er ist erst elf.

Der Weg nach draußen ist fast vier Kilometer lang und an manchen Stellen extrem gefährlich. Vermutet wird, dass als Letzter der Trainer geht. Der 25-Jährige hatte die Kinder trotz aller Warnungen in die Höhle hineingeführt.

Nach Angaben der behandelnden Ärzte geht es den Geretteten den Umständen entsprechend gut. Acht Kinder im Alter zwischen 12 und 16 Jahren sind jetzt im Krankenhaus der Provinzhauptstadt Chiang Rai, alle in Einzelzimmern. Zwei haben minderschwere Lungen-Infekte. Insgesamt seien die jungen Fußballer jedoch bei guter Gesundheit. Nach mehr als zwei Wochen in der Dunkelheit müssen sie zum Schutz vor dem Tageslicht Sonnenbrillen tragen.

Die ersten vier Jungen durften auch schon ihre Familien sehen - allerdings nur durch eine Glasscheibe, aus Angst vor Infekten. Die Kinder sollen mindestens noch eine Woche zur Beobachtung in der Klinik bleiben. Die Einladung des Weltfußballverbandes FIFA, beim WM-Finale am Sonntag dabei zu sein, werden sie damit nicht annehmen können.

Vor mehr als zwei Wochen ist das junge Fußball-Team in einer Höhle in Thailand eingeschlossen worden. Wichtige Ereignisse in dem Fall:

23. Juni: Zwölf Jungen und ihr Betreuer steigen nach einer Trainingseinheit in die Höhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non ein. Eine plötzliche Sturzflut schneidet ihnen den Rückweg ab.

2. Juli: Rettungstaucher entdecken die vermisste Gruppe. Sie hatte sich vor dem ansteigenden Wasser mehrere Kilometer tief in die Höhle zurückgezogen. Ein Video zeigt die Kinder im Schein von Taschenlampen.

5. Juli: Ein ehemaliger Taucher der thailändischen Marine kommt bei einem Rettungseinsatz in der Höhle wegen Sauerstoffmangels ums Leben.

8. Juli: Ein internationales Team von Spezialtauchern holt die ersten vier Jungen ans Tageslicht. Sie müssen durch teils extrem enge Gänge, vorbei an scharfkantigen Felsen und durch geflutete Passagen. Die Geretteten werden in ein Krankenhaus der Provinzhauptstadt Chiang Rai gebracht.

9. Juli: Vier weitere Jungen kommen frei.